Nicht die „Zeit zu schweigen“, es ist die Zeit des Widerstands
Dieser Text wurde zuerst als Gastbeitrag im re:volt magazin veröffentlicht.
Im Januar 2018 greifen Nazis in Genua eine Gruppe Antifaschist*innen an. Ein Antifaschist wird dabei niedergestochen. Er muss mit einer schweren Verletzung am Rücken im Krankenhaus behandelt werden, überlebt den Angriff jedoch. Die AngreiferInnen können dem neuen „CasaPound“ zugeordnet werden. Ein breites antifaschistisches Bündnis hatte schon vorher zu einer Demonstration gegen die Nazi-Zentren, gegen Rassismus und faschistische Tendenzen mobilisiert und erhält nun in Folge des Angriffs internationale Unterstützung. Auch das Medienkollektiv, Left Report, entschied sich, nach Genua zu fahren und von der Demonstration zu berichten.
Genua: Eine antifaschistische Stadt
Genua ist eine Stadt mit einer langen antifaschistischen Tradition. Schon während die Stadt im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung stand, sabotierten antifaschistische Aktionsgruppen Einrichtungen der Wehrmacht durch Bombenanschläge. Im Jahr 1945 begann in Genua ein Aufstand gegen die deutschen Truppen, der diese schließlich zur direkten Kapitulation gegenüber den Vertreter*innen des Widerstands zwang. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde Teil des norditalienischen „Industrie-Dreiecks“ [1]. Genua war geprägt von einer links gerichteten Arbeiter*innenschaft, die sich gegen rechte Umtriebe zu wehren wusste. So konnte im Juni 1960 ein Kongress der faschistischen Partei „Movimento Sociale Italiano“ durch militante Proteste verhindert werden – ein Ereignis, auf das sich genuesische Antifaschist*innen auch heute noch gern beziehen. Nennenswerte Nazi-Aktivitäten oder gar organisierte rechte Strukturen gab es in der Stadt demnach bisher nicht und bis Anfang des Jahres hatte es nach Angaben genuesischer Genoss*innen seit Jahrzehnten keinen rechtsmotivierten Angriff auf Antifaschist*innen gegeben. Im November 2017 eröffnete in Genua allerdings ein Büro der neofaschischistischen HausbesetzerInnenbewegung und Partei „CasaPound“.

















