[NEA]-Interview zur LL-Demo: „Aktuelle und zukünftige Kämpfe zusammenführen“
Für den 11. Januar rufen wir auf, sich am Antifa-Block auf der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration zu beteiligen. Die alljährliche Gedenkdemonstration sorgt hierzulande immer wieder für hitzige Diskussionen unter großen Teilen der (radikalen) Linken. Zwischen „Stalinismus-Vorwürfen“ und „linker Sektiererei“ gefangen, ist es dabei gerade an der radikalen Linken, linke Geschichte gegenüber, unter diesen Umständen, der Vereinnahmung und Umdeutung von rechts zu verteidigen. Dabei müssen wir die Perspektive eines gesellschaftlichen Gegenentwurfs jenseits der kapitalistischen Ausbeutung und rassistischen Ausgrenzung entgegenhalten.
Wie im vergangenen Jahr organisieren wir einen Block mit libertären/ antifaschistischen Inhalten. Dies versteht sich sowohl als Gegenperspektive zu bundesweiten Auflösungserscheinungen radikal-linker Organisationsstrukturen. Damit verknüpft sich die absolute Notwendigkeit und Dringlichkeit explizit antifaschistischer Kämpfe von links.
Die vergangenen und bestehenden rassistischen Artikulationen von „PEGIDA“, den Kämpfen von Refugees und der virulenten Anti-Asyl-Hetze zeigen uns beispielhaft einmal mehr, welche Bedeutung das Konzept „Antifa“ als Antipode bzw. antagonistische Kraft gegenüber Staat, Repression und gesellschaftlichen Ausgrenzungsmechanismen hat.
Linke Kämpfe gegen Kapitalismus, Rassismus und für eine solidarische Gesellschaftsperspektive müssen vor diesem Kontext teilweise wiederentdeckt werden.
Totalitarismustheorien und sogenannte Extremismusforscher*innen sind Teil einer reaktionären Tendenz, linke Geschichte und die damit verbundenen sozialen Kämpfe zu suspendieren bzw. der bürgerlichen Herrschaft als „Schreckensbild“ dienlich zu machen. Wer sich seiner Geschichte um progressive Bewegungen berauben lässt, macht sich zuletzt nicht nur geschichtslos, sondern vielmehr zahnlos in der Analyse und Kritik bestehender kapitalistischer Verhältnisse und „inner-linker Widersprüche“.
Um gemeinsam die gesellschaftlichen Vereinzelung, der politischen Marginalisierung sowie der staatlichen Repression entgegenschreiten zu können, müssen wir das Bewusstsein schaffen, aktuelle und zukünftige Kämpfe jenseits identitär-linker Befindlichkeiten zusammenzuführen und die Möglichkeit einer solidarischen gesellschaftlichen Alternative jenseits kapitalistischer und rassistischer Unterdrückungsmechanismen immer wieder vor Augen führen zu können.
Weiterhin gehen wir der Frage nach, warum es bedeutsam ist, linke Geschichte zu verteidigen und sie als Erkenntnisgewinn und Lernprozess begreifbar verstehen zu wollen.
Vor diesem Hintergrund veröffentlichen wir in ein Interview, welches zwei Genoss*innen im Sommer des Jahres 2014 mit der Studierenden Ilanga Mwaungulu (im folgenden I.) im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit geführt haben. Das nachfolgende Interview ist der Bachelorarbeit bzw. dem transkribierten Interview mit dem Titel „Das Verhältnis antikapitalistischer Linker zum Realsozialismus“ entnommen und an der Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät nachzulesen.
Das gesamte Interview:
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