Schlagwortarchiv: 2017

§129 – Das Ende einer antifaschistischen Fahrradtour

Stellungnahme des Berliner Bündnis gegen Rechts zu der Kriminalisierung von Antifaschist_innen im Kontext des Hess-Aufmarsch in Spandau 2017.

Am 19. August 2017 wollten ca. 40 Personen per Fahrrad zu den Protesten gegen den Neonaziaufmarsch in Spandau fahren. Die Fahrt endete nach ein paar hundert Metern in einem Polizeikessel. Erster Vorwurf: Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

Später hieß es, ein AfD-Stand am Wegesrand sei umgekippt worden – es habe Auseinandersetzungen gegeben. Zweiter Vorwurf: Landfriedensbruch. Die Personalien wurden aufgenommen, Kleidung durchsucht, Antifa-Sticker und Kartenmaterial beschlagnahmt und Fotografien angefertigt. Danach konnte die Fahrt nach Spandau fortgesetzt werden, wo die Proteste gegen den Rudolf-Heß-Marsch im vollem Gange waren. Das Amtsgericht Tiergarten befand im April 2019 Teile der Polizeimaßnahme als rechtswidrig.
Fast zwei Jahre später erfuhren einige der Betroffenen über ein Auskunftsersuchen beim Bundeszentralregister, dass ein dritter Vorwurf wegen dieser Fahrradtour im Raum steht: Bildung einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit besonders schwerem Landfriedensbruch.
Bis heute ist keines der Verfahren eingestellt, nur wenige wissen von den Verfahren gegen sie.

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[Left Report] Dokumentation – Contrahistoria

Dokumentation – Contrahistoria

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Weitere Artikel:
– Interview mit Left Report zum Film „Contrahistoria“ (A-Radio Berlin)
– Aktuelle Zustände in Spanien spitzen sich zu (Twitter)

Deutsch:

Contrahistoria – Über das Filmprojekt von Left Report

Derzeit entwickeln wir einen Dokumentarfilm über Ereignisse und Zustände in Spanien aus antifaschistischer Perspektive.

In dem Projekt thematisieren wir das Gedenken an Carlos Palomino, der 2007 in Madrid von einem Faschisten ermordet wurde und zu dessen 10. Todestag im November 2017 eine große Gedenkdemonstration und -konferenz stattfanden, die wir vor Ort begleiteten.

In zahlreichen Interviews, die wir im November 2017 und bei einer zweiten Reise im Mai 2018 führten, berichten Freund*innen und Genoss*innen von Carlos und weitere Antifaschist*innen über faschistische Gewalt, die Repression durch den spanischen Staat, ihre lokalen antifaschistischen Kämpfe und darüber, wie der Franco-Faschismus das Land bis heute prägt.

Sie erzählen eine Geschichte, die der offiziellen Geschichtsschreibung und der Selbstdarstellung der spanischen „Demokratie“ widerspricht, eine Gegengeschichte – Contrahistoria.

Damit wir dieses Projekt verwirklichen können, sind wir weiterhin auf eure Spenden angewiesen! Danke!

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[Left Report] Ankündigung & Spendenaufruf: Gedenkfilm zum 10. Todestag von Carlos Palomino

Am 11. November 2017 jährte sich der Todestag von Carlos Palomino zum 10. Mal.

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Der Antifaschist wurde von einem rechtsradikalen Berufssoldaten in Madrid erstochen. Left Report reiste zum Gedenkwochenende nach Madrid, um die Aktionen, die anlässlich seines Todestages stattfanden, zu dokumentieren und mit Freund*innen und madrilenischen Antifaschist*innen zu sprechen. Momentan entsteht aus dem angefertigten Material ein dokumentarischer Gedenkfilm.

Am 11. November 2007 wurde der 16-jährige Carlos Palomino in der Madrider Metro von dem Faschisten Josué Estébanez de la Hija erstochen. Estébanez hatte in der Metro auf Antifaschist*innen gewartet, die sich von der Station Legazpi auf den Weg zu Gegenprotesten gegen eine Neonazi-Demonstration machten und Carlos durch einen gezielten Stich ins Herz getötet, als ihn dieser auf ein T-Shirt einer bekannten rechten Bekleidungsmarke ansprach.

In der Folge organisierten die Angehörigen und Freund*innen von Carlos regelmäßig Gedenkveranstaltungen und Protestaktionen gegen faschistische Einrichtungen und Strukturen.

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Soli-Party für Left Report und das Filmprojekt „Contrahistoria“

Fieste „Contrahistoria“

Soli-Party, Reisebericht & Soli-Stuff:
Sa, 16.06.2018 | 20:00 Uhr | Syndikat (Weisestraße 56 / Neukölln)

Veranstalter*innen: Left Report

Veranstaltung: 20:00 Uhr
– Reisebericht und Videos zum Gedenken an Clément Méric

Party: 22:00 Uhr
– Lucha Amada (Latin-SKA, Punky Reggae, Patchanka-Sounds)
– North Korean Rude Boys & Girls feat. DJ Hölzi (Rocksteady & Northern Soul)
– DJ Anartxo (Rock radikal Vasco & SKA-Punk von der Iberischen Halbinsel)

Soli-Shirts: Packt Kohle ein, es gibt Soli-Shirt’s! Neben Infostuff, Veranstaltung und Party, gibt es auch Shirt’s aus Catalunya. [Motive]

Flyer: [Front] [Back]

Left Report ist ein linkes Medienkollektiv aus Berlin mit dem Schwerpunkt auf der Dokumentation sozialer und antifaschistischer Proteste und dem media producing zu den Themen Antifaschismus, Internationalismus, Gedenkpolitik und lokale Kämpfe.
Derzeit arbeiten wir neben vielen kleineren Projekten an einem Film über das Gedenken an den vor 10 Jahren ermordeten Antifaschisten Carlos Palomino, Repression, Faschismus und linke Gegenbewegungen in „Spanien“.

Unsere Videos, Bilder und Texte stellen wir grundsätzlich frei unter CC-Lizenzen zur Verfügung. Die Medienarbeit verursacht allerdings Kosten – für technisches Equipment, Reisen, Übersetzungsarbeiten etc., die wir u.a. mit dieser Soliparty decken wollen.

Der Soli-Abend beginnt mit einer Infoveranstaltung, bei der wir euch einen Überblick über das Gedenken an Clément Méric, der 2013 von Nazis erschlagen wurde, geben wollen. Dabei wird es einen Reisebericht über das diesjährige Clément-Gedenken in Paris zu seinem 5. Todestag, an dem wir teilgenommen haben, geben und wir werden Bilder und Videos vergangener Gedenk-Aktionen zeigen. Danach beginnt die Party mit großartiger Musik, Cocktails, jeder Menge Infostuff und Soli-Shirts.

Kommt vorbei, euer Left Report-Team!

11.11.2017 – CARLOS VIVE, LA LUCHA SIGUE!

11.11.2017 – CARLOS VIVE, LA LUCHA SIGUE!

Video: 11.11.2017 – CARLOS VIVE, LA LUCHA SIGUE | [Banner]

Am 11.11.2017 fand in Madrid die Gedenkdemonstration zum 10. Todestag von Carlos Palomino statt. Der junge Antifascist Carlos wurde 2007 in der Metrostation Legazpi von einem Nazi erstochen. Die Demonstration, an der sich weit über 2500 Menschen beteiligten, zog am Abend von Usera nach Legazpi, wo Genoss*innen von Carlos eine Gedenktafel anbrachten. In Redebeiträgen und auf zahlreichen Transparenten wurde Carlos und weiteren von Nazis Ermordeten gedacht. In der ersten Reihe liefen die Mütter ermordeter und inhaftierter Antifaschist*innen. Die Stimmung war geprägt von Trauer und Wut, jedoch auch von der Entschlossenheit, Faschist*innen zu bekämpfen, wo es nur geht.

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[Left Report] Video & Bericht: Rudolf-Heß-Aufmarsch in Spandau gestoppt!

Video-Bericht vom 19.08.2017 – Rudolf-Heß-Aufmarsch in Berlin-Spandau gestoppt!

Am 19.08.2017 wollten mehrere hundert Neonazis dem NS-Verbrecher Rudolf Heß in Berlin-Spandau „gedenken“.

Ankündigung: Auf nach Spandau! Den Hess-Marsch am 19.08. verhindern!
Video: Berlin – 19.08.2017 | Rudolf-Heß-Aufmarsch in Spandau gestoppt! | [Banner]

Heß war als Stellvertreter Hitlers eine der führenden Figuren des nationalsozialistischen Regimes. 1941 wurde er in Großbritannien gefangengenommen und später bei den Nürnberger Prozessen zu lebenslanger Haft verurteilt, in Zuge derer er sich 1987 im Alter von 93 Jahren das Leben nahm.

Rudolf Heß zeigte sich während des Prozesses gegen ihn und bis zu seinem Tode als überzeugter Nationalsozialist, weshalb er von Neonazis als „unbeugsamer Held“ verehrt wird. Um seine Person und insbesondere seine Selbsttötung ranken sich zahlreiche rechte Verschwörungstheorien.

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Antirepressions-Demo: Silvester zum Knast 2017

Silvester zum Knast

Antirepressions-Demo:
So, 31.12.2017 | 23:00 Uhr | U-Bahnhof Turmstraße (Tiergarten)

Mehr Infos: silvesterzumknast.nostate.net
Material: [Plakat] | [Banner]

Auch am Ende diesen Jahres wollen wir wieder ein kraftvolles Zeichen der Solidarität setzen: mit den Menschen, welche Gesetze und bürgerliche Normen gebrochen haben, deswegen von der Justiz weggesperrt und in den Betrieben der Knäste unter den prekärsten Bedingungen ausgebeutet werden. Alles im Namen der angeblichen „Wiedereingliederung in die Gesellschaft“ und „Sicherheit der Allgemeinheit“. Doch damit hat Knast tatsächlich wenig zu tun.

Knast ist ein Resultat der uralten Praxis der Herrschenden des Strafens und Abschreckens.

Wer gegen geltendes Recht und damit gegen eine Moral, welche von oben gepredigt wird verstößt, wird weggesperrt. Wegsperren bedeutet, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden und nur wieder Zutritt zu gelangen, wenn mensch sich angepasst verhält und ausbeuten lässt.

Aber Knast ist nicht nur eine Institution des Staates: vielmehr zieht sich das Konstrukt durchs ganze Leben, auch in der angeblichen „Freiheit“. Nur so lässt sich die stetige Überwachung im öffentlichen Raum durch Videokameras, Polizeipräsenz, magnetische Detektoren am Ausgang der Geschäfte, Identitätscodes in Ausweisen und Dokumenten, permanente Verbotshinweise (welche es zu befolgen gilt!) und das Gebot, dass Fahrradfahrer immer rechts auf dem zugeschriebenen Weg fahren müssen, erklären.

Wir leben in einer totalen staatlichen Überwachung, im „Freiluftraum Knast“ welche bei einem Norm- oder Gesetzesverstoß in der Institution der JVA endet.

Menschen, die sich gegen diese Verhältnisse wehren wollen, werden weggesperrt.

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[NEA]-Tresen: Antifa-Kneipen-Quiz

Antifa-Kneipen-Quiz

Antifa-Tresen & Kneipen-Quiz:
Do, 21.12.2017 | 20:00 Uhr | Bandito Rosso (Lottumstraße 10A / Prenzlauer Berg)

Veranstalter*innen: North-East Antifascists [NEA]

Material: [NEA-Tresen Programmheft / Herbst 2017]

»Weihnachtstresen«? Darf der unter Linken überhaupt so bezeichnet werden, nur weil das Ding beim Plenum so genannt wird? Diese und andere Gewissensfragen könnt ihr an diesem Abend beim Antifa-Kneipen-Quiz lösen. Da die North East Antifa in diesem Jahr nicht nur zehn Jahre alt wird, sondern auch genauso lange das Bandito mit Veranstaltungen und Barabenden bespielt, werden wir noch einige Fragen aus zehn Jahren Antifa Nordost zu Papier bringen. Wenn ihr also über Allgemein- Fach- und Sinnloswissen rund um linke Bewegung in Berlin verfügt, dann bildet eine Quiz-Bezugsgruppe.

Freut euch auf Glühwein und »weihnachtliches« Essen.

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Wedding-Tresen: Solidarität und Widerstand in Griechenland

Solidarität und Widerstand in Griechenland – gegen Spardiktat und Nationalismus

Info-Veranstaltung & Tresen:
Do, 07.12.2017 | 20:00 Uhr | Café Cralle (Hochstädter Straße 10A / Wedding)

Veranstalter*innen: Hände weg vom Wedding
Unterstützer*innen: Bündnis: Zwangsräumung verhindern
Referent*innen: Griechenlandsolireisegruppe

Die Finanzmarktkrise 2008 hat Griechenland an den Rand des Staatsbankrotts gebracht. Seit gut 10 Jahren hält das Spardiktat der Troika die griechische Gesellschaft im Würgegriff. Perspektivlosigkeit und soziale Unsicherheit sind zur Normalität für weite Teile der Gesellschaft geworden.

Immer mehr Menschen erkennen, dass ihnen der griechische Staat und die Troika keine würdevolle Perspektive mehr bieten können und organisieren sich unabhängig. Dabei ist der Widerstand gegen die Krise und deren Auswirkungen äußerst vielfältig.

Seit sechs Jahren besuchten Aktivist*innen aus verschiedenen sozialen und gewerkschaftlichen Bewegungen Initiativen, Gruppen und Gewerkschaften in Griechenland, um sich über den Stand der Gesellschaft zu informieren und auszutauschen.

Proteste gegen Privatisierungen, Zwangsversteigerungen und den Ausverkauf von Bodenschätzen und die damit einhergehende Umweltzerstörung verzahnen sich mit Besetzungen von leerstehenden Häusern durch Geflüchtete, dem Aufbau solidarischer Kliniken oder Volksküchen und Nachbarschaftszentren.

Um diese bunte Vielfalt alternativer Projekte kennenzulernen und den Widerstand gegen die Austeritätspolitik zu unterstützen, wollen wir einen Einblick geben, Fotos uns Videos zeigen und mit euch diskutieren was wir mit diesen Kämpfen gemeinsam haben.

Wedding-Tresen: Unser täglich Gemüse

Unser täglich Gemüse – Ausbeutung und Widerstand im Plastikmeer von Almería

Info-Veranstaltung & Tresen:
Do, 02.11.2017 | 20:00 Uhr | Café Cralle (Hochstädter Straße 10A / Wedding)

Veranstalter*innen: Hände weg vom Wedding
Referent*innen: Interbrigadas

Eine Handvoll Gewerkschafter*innen der SOC–SAT (Sindicato Andaluz de Trabajadores – andalusische Arbeiter*innengewerkschaft) setzt sich aufopferungsvoll für die Rechte der migrantischen Arbeiter*innen in Almería ein. Ob durch Rechtsberatung, Proteste vor den Unternehmenssitzen und vor den Gewächshaustoren oder durch Besetzungen und Druck auf die internationalen Vertriebsstrukturen, die Formen des Widerstands und der Selbstorganisierung sind vielfältig. Inzwischen waren wir vier mal in Andalusien und arbeiteten zusammen mit der SOC–SAT. Wir möchten euch einen Einblick in die Situation und unsere Erfahrungen vor Ort geben und Möglichkeiten der solidarischen Zusammenarbeit diskutieren.