Redebeitrag unserer Freund*innen und Genoss*innen von Hände weg vom Wedding unter dem Titel „Ob Wedding, Neukölln oder Friedrichshain: Gefahrengebiete selber machen!“, welcher auf der Freiräume/Antirepressions-Demo am 06.02.2016 in Friedrichshain verlesen wurde:
Ob Wedding, Neukölln oder Friedrichshain: Gefahrengebiete selber machen!
Was wir hier in Friedrichshain jeden Tag erblicken, wenn wir zu Freund*innen gehen, Veranstaltungen besuchen oder einfach nur nach Hause wollen, lässt erahnen, wie sich der Staat und seine Schergen die Zukunft der kapitalistischen Stadt vorstellen. Menschen, die sich den Verwertungslogiken entziehen wollen, aufgrund von Einkommen oder vermeintlich “falschen Nationalitäten” nicht zum Schick des ach so aufstrebenden Berlins beitragen, werden seit Jahren kategorisch verdrängt. Nun überbieten sich Politik und Bullenschaft an neuem Irrsinn: Während die Einen, “den Autonomen”- und nicht etwa der Gentrifizierung- die Schuld am Wegzug ihrer Nachbar*innen geben, fahren die Anderen die Schiene, dass eine gezielte Aufwertung gekoppelt mit repressiven, kontrollwütigen Klima , wonach (Zitat) “die Linken schon von allein gehen würden”.
Wir haben keinen Bock darauf, dass missliebige Häuser gestürmt werden, Polizeischikanen und Kameraüberwachung unsere Bewegungen observieren und einschränken; durch steigende Mieten mehr und mehr Menschen verdrängt werden. Und wofür das alles? Für die Wiederwahl der CDU und SPD bei den Berlin-Wahlen im September? Für die Sicherheit kapitalistischer Wohnungsunternehmer*innen? Für satte Rendite mit Eigentumswohnungen und Gated Communities? Was erst in Hamburg und nun in Berlin seitens der Schweine erprobt wurde und wird, bedeuten die abgespeckten Versuche der Aufstandsbekämpfung im städtischen Raum.
Unter dem Motto: „Solidarisch kämpfen: Antifaschistisch. Antirassistisch. Internationalistisch. Antikapitalistisch.“ hatten die North-East Antifascists [NEA] & die Radikale Linke Berlin zum Antifa-Block auf der Liebknecht-Luxemburg-Gedenkdemonstration 2016 aufgerufen, an dem sich ca. 500 Antifaschist*innen aus verschiedenen Spektren beteiligten. An der anschließenden Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof der Sozialist*innen mit dem Historiker Bernd Langer nahmen ca. 70 Menschen teil. Ein ausführlicher Bericht folgt noch, hier zunächst einige Fotos von unseren Freund*innen von Left Report.
Für den 10.01.2016 rufen North-East Antifascists [NEA] und Radikale Linke Berlin zur Teilnahme am Antifa-Block auf der diesjährigen Liebknecht-Luxemburg-Demonstration auf.
Im Vorfeld der Demonstration und des Blocks unter dem Motto >>Solidarisch kämpfen: Antifaschistisch. Antirassistisch.Internationalistisch. Antikapitalistisch.<< führte die NEA ein Interview mit dem Journalisten Willi Effenberger (u.a. junge welt, Lower Class Magazine)[1]. Jenseits von Revolutionsromantik und unreflektierter Ignoranz gegenüber (inner-linken) Auseinandersetzungen um das „korrekte Gedenken“ an Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und alle ermordeten Revolutionär*innen, obliegt es den progressiven gesellschaftlichen Akteur*innen, gegen die Vereinnahmung linker Geschichte durch reaktionäre Parteien und Organisationen anzukämpfen. Die radikale Linke muss dabei stets aus der Geschichte lernen, um solidarische, libertäre Gesellschaftsbilder verwirklichen zu können. Sie darf linke, widerspruchsvolle Geschichte nicht den regressiven Kräften, bspw. CDU-Opferverbänden etc., überlassen. Nichts erscheint in einer Zeit der politischen Marginalität tragischer, als geschichtslos umhergeworfen zu sein.
Wir betrachten die bevorstehende Gedenkdemonstration somit als Arbeitsauftrag für das gerade erst eingeleitete Jahr und laden die fortschrittlichen Kräfte zu unserem gemeinsamen Block ein.
[W.E.] Sie rufen unter dem Motto »Solidarisch kämpfen« zur Teilnahme an der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration auf. Wofür steht Ihr Motto im Zusammenhang mit der Demonstration?
[NEA] Den Antifablock auf der LL-Demo gibt es jetzt seit drei Jahren, und er setzt sich aus mehreren Antifagruppen und Einzelpersonen zusammen. Durch unsere Teilnahme wollen zeigen, dass die verschiedenen antirassistischen, antifaschistischen und internationalistischen Kämpfe gemeinsam geführt werden müssen. Gerade angesichts des Rechtsrucks in ganz Europa müssen linksradikale Forderungen vertreten werden. Außerdem ist der Antifablock für uns der politische Start ins neue Jahr. Wir werden also auch auf der Demo versuchen, die Leute dazu aufzurufen, 2016 mit uns auf die Straße zu kommen und ihren Protest aus der virtuellen Welt zu lösen, damit wir gemeinsam aktiv werden können.
Am 11.01.2015 fand die Gedenkdemonstration zum 96. Jahrestag der Ermordung der Revolutionär*innen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Wie jedes Jahr führte die Demonstration vom Frankfurter Tor zum Friedhof Lichtenberg. Teil des Demonstrationszuges war auch ein lautstarker und gut aufgestellter antifaschistischer libertärer Block.
Im Anschluss fand eine Veranstaltung am Gedenkstein für die gefallenen Revolutionär*innen mit Bernd Langer statt, bei der die Geschichte des historischen Antifaschismus beleuchtet wurde.
Hier seht ihr einen Videobericht von der Demo und der anschließenden Friedhofsveranstaltung.
Auch dieses Jahr wird zur Teilnahme am Antifa-Block auf der LL-Demo aufgerufen. Das Mobi-Video dazu findet ihr hier: www.youtube.com/watch?v=r_vIuf_0yGM
Antifa-Block auf der LL-Demo 2016:
So, 10.01.2016 | 10:00 Uhr | U-Bahnhof Frankfurter Tor (Friedrichshain)
Im Kampf gegen jeden emanzipatorischen Widerstand, greift der Staat auf Schikanen, Einschüchterungen, Kriminalisierungen, Observationen durch V-Leute, Unterwanderung durch Spitzel und Razzien zurück. An Einsatzmitteln wird dabei nicht gespart. Repression meint immer uns Alle, auch wenn sie nur den*die Einzelne*n trifft. Wir laden euch an, mit uns gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen der staatlichen Strafverfolgung zu werfen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wollen wir einen Überblick über das Thema Repression geben, konkrete Anknüpfpunkte erläutern und Mut dazu machen das Thema bei der Planung von eigenen Aktionen miteinzubeziehen.
In Nord-Kurdistan herrscht Krieg. Seit Jahrzehnten wird die kurdische Zivilbevölkerung durch das türkische Militär, türkische Paramilitärs und islamistische Milizen gefoltert, verschleppt und ermordet. In den Städten Cizre, Amed, Nusabin, Bakur und zahlreichen anderen Gebieten Nord-Kurdistans leisten die Menschen Widerstand gegen die türkische Assimilationspolitik und kämpfen für ein würdevolles Leben in Freiheit.
Zusammen mit der Kurdistan-Soli-VoKü und dem kurdischen Studierendenverband YXK in Deutschland werden wir am Mittwoch, den 16. März eine Infoveranstaltung in der Kadterschliede veranstalten. Vertreter*innen des YXK werden einen Überblick über die aktuelle Situation in den Gebieten Nord-Kurdistans und die derzeit geführten Kämpfe geben … Kommt vorbei!
Am 7. November 1992 wurde Rolf Schulze in Lehnin von drei Neonazis zusammengeschlagen, ertränkt und verbrannt.
Am 20. Februar 1996 wurde Sven Beuter in Brandenburg an der Havel von einem Neonazi zu Tode getreten.
Diese Morde sind nur zwei von über 180 die seit der Wiedervereinigung in der Bundesrepublik verübt wurden. Beide Fälle eint, dass die Menschen von bekennenden und organisierten Neonazis ermordet worden sind. Beide Männer mussten sterben, weil sie „kein Recht, [haben] unter der strahlenden Sonne zu leben“, wie es einer der Mörder von Rolf Schulze während der Gerichtsverhandlung verlauten ließ.
Rolf Schulze war zu seinem Todeszeitpunkt im Jahre 1992 wohnungslos und schlief häufig auf Bahnhöfen. Des Weiteren ging er keiner geregelten Arbeit nach. Dies allein machte ihn zum potentiellen Opfer. Die drei Täter sahen in ihm nur eine Belastung für die Gesellschaft und befanden daher, dass sie im Sinne dieser agieren, wenn sie ihn misshandelten und in letzter Konsequenz töteten. Aus ihrer Ideologie machten sie während der Gerichtsverhandlung keinen Hehl. Auch gaben sie offen zu in verschieden neonazistischen Gruppierungen aktiv zu sein. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass ihre Handlung nicht im Affekt geschehen ist, sondern letztendlich die Konsequenz ihrer Weltanschauung ist, in der nur Menschen ein Recht zu leben haben, die einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellen. Weiterlesen →
Berlin-Friedrichshain im Jahr 2015: Seit November ist es amtlich: der Friedrichshainer Nordkiez ist ein Gefahrengebiet. Die Berliner Autoritäten in Politik und Polizei müssen nach Jahren des unermüdlichen Kampfes endlich ihre Bemühungen aufgeben, die Verhältnisse schön zu reden. Während sie im geförderten Sanierungsgebiet über Jahre erfolgreich versuchten, Investor*innen mit fetten Gewinnversprechen anzulocken, müssen sie nun zugeben, dass die Menschen, die im Nordkiez leben, erbittert Widerstand leisten. Die Konsequenz für die Berliner Politik: Der Kiez wird zum Gefahrengebiet erklärt. Seitdem finden wahllose Personenkontrollen statt, die jederzeit alle treffen können. Den vorläufigen Höhepunkt stellte bisher der Abend des 28.11.15 dar, in der in einer massenhaften Kontrolle 91 Personen kontrolliert, schikaniert, geschlagen und mehrere Personen verhaftet wurden.
Die Veranstaltungen anlässlich des 10- und 15jährigen Erscheinens von TREND dienten jeweils zur Beschäftigung mit Fragen, die nach Meinung von Herausgeber*innenkreis und Redaktion für eine sozialemanzipatorische Politik von zentraler Bedeutung sind. Dies soll auch die Leitlinie für die Veranstaltungen zum 20jährigen Bestehen von TREND sein. Ausgehend von der Marginalisierung der radikalen Linken im Kontext von Alltagspolitik vertraten wir 2005 die Ansicht, dass es zur Überwindung dieses Zustands nötig sei, die nach 1989 entstandenen „kapitalistischen Verhältnisse und Strukturen“ einer „Analyse zu unterwerfen“, um dem Kommunismus eine Perspektive zu geben. Wir schrieben damals: „Dazu gehört vor allem auch eine Neueinordnung der praktischen und theoretischen Erfahrungen der internationalen ArbeiterInnenbewegung ein- schließlich der daraus abgeleiteten Revolutions- und Organisationskonzepte.“
Gedenkrundgang auf dem Friedhof der Sozialist*innen mit Bernd Langer: [Banner] Direkt nach der Demo | Treffpunkt am Transparent des Antifa-Blocks, links vom Aufgang
Lesung von Texten von und über Rosa Luxemburg:
So, 10.01.2015 | 15:00 Uhr | Rosa-Luxemburg-Steg (Tiergarten)
Weitere Veranstaltungen zur Thematik:
Info-Veranstaltung: Klassenkampf im Betrieb [Flyer] Fr, 08.01.2016 | 19:00 Uhr | Kiez-Treff Mediengalerie (Dudenstraße 10 / Kreuzberg)
Vor fast 97 Jahren, am 15. Januar 1919, wurden die beiden Revolutionär*innen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg von faschistischen Freikorps ermordet.Mit der alljährlichen Liebknecht-Luxemburg-Gedenkdemonstration und dem antifaschistischen Block geben wir eine Kampfansage und verknüpfen Gedenkpolitik mit praktischen Kämpfen: gegen rassistische Hetze, geistige und reale Brandstiftung, faschistische und imperialistische Bedrohungen – für eine solidarische Gesellschaft jenseits von Staat, Nation und Kapitalismus.Luxemburgs und Liebknechts Analysen und Kämpfe gegen Militarismus, Imperialismus und Rassismus bleiben bis heute wichtige Bezugspunkte radikal linker Politik und sind Ausgang für den Aufbau einer befreiten Gesellschaft.
Der antifaschistische Block möchte emanzipatorische Kämpfe um Würde und Freiheit, jenseits von nationalistischer und kapitalistischer Unterdrückungslogik sichtbar machen und zusammenführen.
Dies bedeutet:
Kampf der rassistischen Hetze und Aufmärsche von PEGIDA, BÄRGIDA & Co.!
Unterstützt die antifaschistischen Kämpfe in den Außenbezirken! Solidarität mit den Kämpfen der Geflüchteten um Selbstbestimmung und Würde. Auf die Straße gegen Lagerunterbringung, Residenzpflicht, Abschiebungen und rassistische Sondergesetze!
Entschlossen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung in den Wahlkämpfen für BVV und Abgeordnetenhaus im September 2016 – Der AfD, NPD, CDU und SPD die rassistischen Mäuler stopfen!
Hoch die internationale Solidarität! Unterstützt die Kämpfe der internationalistischen Linken gegen Repression und für Selbstorganisierung – weg mit dem Verbot der PKK! Führen wir die Kämpfe gegen Faschismus, Imperialismus und religiösen Fundamentalismus zusammen.
Nie wieder Krieg! Gegen kulturrassistische Hetze und imperialistische Kriege. Zusammen auf die Straße gegen Kriegseinsätze und Waffenexporte!
Lassen wir die Stadt rebellieren: Organisieren wir uns kollektiv gegen Zwangsräumungen, rassistische Polizeikontrollen und steigende Mieten.
Betriebliche Organisierung und Kämpfe sind die Grundlage für gesellschaftliche Veränderungen.
Blockaden, Demonstrationen, Streiks: Geschichte wird gemacht. Auf zur LL-Demonstration 2016, hinein in den Antifa-Block!
„Eure Ordnung ist auf Sand gebaut.“
Rosa Luxemburg