Pankow-Buch – 8. Mai 45 – wir feiern die Befreiung!
Ein Bericht folgt…
Ankündigung & Aufruf: [Pankow-Buch] 8. Mai 45 – wir feiern die Befreiung!
Pankow-Buch – 8. Mai 45 – wir feiern die Befreiung!
Ein Bericht folgt…
Ankündigung & Aufruf: [Pankow-Buch] 8. Mai 45 – wir feiern die Befreiung!
Tag der Befreiung: Rote Kieztour zum 8. Mai
Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus wollen wir den Antifaschist*innen in unserem Kiez gedenken. Den Nazis fiel es schwer im „roten Wedding“ Fuß zu fassen, gab es hier doch eine organisierte Arbeiter*innenschaft, die sich entschlossen gegen den Terror von SA und SS stellte. Doch der Widerstand von unten wurde vom Hitler-Regime gnadenlos bekämpft. Mit der Roten Kieztour wollen wir all jenen gedenken, die sich gegen die nationalsozialistische Tyrannei stellten.
Mitschnitt der Veranstaltung „Antifaschistischer Widerstand in einem Arbeiterbezirk: Wedding zwischen 1933 und 1945“ vom 14.08.19 mit Hans-Rainer Sandvoß:
Der 30. April und 1.Mai 2020 im Wedding: Für eine soziale und demokratische Lösung der Krise!
Als Stadtteilinitiative „Hände weg vom Wedding!“ sind wir an den letzten beiden Tagen in unserem Kiez präsent gewesen, um unsere Forderungen nach einer demokratischen und sozialen Lösung der Corona-Krise lautstark auf die Straße zu tragen.
Anstatt unserer alljährlichen Kiezdemo am 30. April konnten wir letzten Donnerstag zwar leider nur eine Kundgebung mit 20 Personen am Leopoldplatz durchführen, obwohl wir den Berliner Versammlungsbehörden ein infektionsschutzsicheres Konzept für eine Demonstration mit 100 Teilnehmer*innen vorgelegt hatten. Zudem wurde unsere Kundgebung durch 200 Einheiten der Berliner Polizei in absolut unverhältnismäßiger Art und Weise überwacht. Trotzdem gelang es uns mit der Unterstützung solidarischer Nachbar*innen ein kraftvolles Zeichen gegen die neoliberale Lösung der Corona-Krise und die repressiven Einschränkungen der Grund-und Freiheitsrechte zu setzen. Besonders toll fanden wir die Beteiligung von Nachbar*innen an der eigentlich geplanten Demo-Wegstrecke, an der sich viele Transparente fanden, die sich gegen Mietenwahnsinn und Rassismus aussprachen.
26. April – wir erinnern an den Todestag von Else Jahn
Aus einer kommunistischen Arbeiterfamilie stammend wurde Else Jahn, geb. Gerichow (17.09.1901 – 26.04.1945) in jungen Jahren Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes, wo sie erstes politisches Wissen erwarb. 1924 trat sie in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein. In den Jahren der Weltwirtschaftskrise wirkte sie aktiv für die Herstellung einer antifaschistischen Einheitsfront gegen die zunehmende faschistische Gefahr.
Nach der Machtübergabe an die Nazis war ihre Mutter, Anna Gerichow, ab September 1933 maßgeblich an der Reorganisation der Arbeit der Roten Hilfe in Weißensee unter den Bedingungen der Illegalität beteiligt und organisierte Solidaritätssammlungen für den Arbeitersportverein Weißensee. Die Wohnung in der Berliner Allee 21 war in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1933 Treffpunkt für die Organisatoren von Flugblattaktionen. Else Jahn selbst leistete ebenfalls illegale Arbeit für die KPD, wurde 1936 verhaftet und 1937 zu zwei Jahren (nach anderen Angaben drei Jahren) Zuchthaus verurteilt. Nach ihrer Entlassung schloss sie sich erneut dem illegalen Widerstand an.
In den Apriltagen 1945, als die Truppen der Roten Armee bereits an der Stadtgrenze von Berlin standen, nahm die illegale Widerstandsgruppe, der Else Jahn und ihre Brüder Willi und Fritz angehörten, Verbindung zu den sowjetischen Truppen auf, um unnötigem Blutvergießen und weiteren Zerstörungen durch sinnlosen Widerstand entgegenzutreten. Else Jahn stellte sich der kämpfenden Roten Armee als Lotsin durch das Häusermeer der Großstadt zur Verfügung. Bei Kampfhandlungen mit SS-Verbänden an der „Weißenseer Spitze“ (Kreuzung Gustav-Adolf-Straße/Prenzlauer Promenade) fand sie am 26.04.1945 den Tod.
Gedenken an die Befreiung Nord-Ost-Berlins
Im Gedenken an die Befreiung Nord-Ost-Berlins vom Faschismus durch die Rote Armee versammelten sich am 25. April 2020 etwa 20 Menschen. Dabei wurde zunächst eine eine kurze Rede verlesen. Anschließend wurde ein Gedenkkranz abgelegt.
Am 25. April jährt sich auch die Befreiung Italiens vom Faschismus. An diesem Tag vor 75 Jahren floh Mussolini aus Mailand, die letzten Reste des faschistischen Staatsapparates zerfielen unter dem Druck des Aufstandes italienischer Partisan*innen und des militärischen Vorrückens der Alliierten. Aus diesem Anlass wurde in Italien dazu aufgerufen, um 15 Uhr „Bella Ciao“ von Balkonen und Fenstern aus zu singen. Auch wir folgten diesem Aufruf und stimmten nach der Kranzniederlegung gemeinsam das Partisanenlied an.
Während der gesamten Veranstaltung hielten die Teilnehmer*innen einen Mindestabstand von 2 Metern ein und trugen Masken. Wir nehmen die Gefahr durch den Corona-Virus sehr ernst, lassen es uns aber nicht nehmen, weiterhin im öffentlichen Raum für unsere Anliegen einzustehen – immer und erst im 75. Jahr der Niederlage des deutschen Faschismus. Auch am 8. Mai würden wir uns freuen, wenn Leute diesem Beispiel folgen, so wie es auch schon andere vor uns taten.
Bei der Veranstaltung gedachten wir der Opfer des nationalsozialistischen Herrschaft und des von ihr entfesselten Vernichtungskrieges. Wir danken den Befreier*innen, die dem – unter Einsatz unendlicher Verluste – ein Ende gesetzt haben. Auch muss auf die Kontinuität des faschistischen Gedenkenguts bis heute hingewiesen werden – bei den Tätern der Mordanschläge in Kassel, Halle und Hanau; in rechten Netzwerken bei Polizei und Bundeswehr oder bei Parteien wie der AfD. Auch die unwürdige Situation der flüchtenden Menschen, die an den Außengrenzen der EU als geopolitischer Spielball herhalten müssen oder während der Corona-Pandemie unter den unwürdigsten Bedingungen in Lagern gefangen gehalten werden, wurde in der Rede behandelt.
Es gilt weiterhin aktiv eine Kultur des Gedenkens zu etablieren, sich dem neuen Faschismus entgegenzustellen und für eine menschenwürdige Welt einzustehen. Dabei können wir nicht auf den Staat vertrauen, sondern müssen selbst aktiv werden und und auch in diesen Zeiten aktiv bleiben.
Quelle: de.indymedia.org/node/79043
Rechtsoffene Versammlung am Rosa Luxemburg-Platz
Erneut haben sich mehrere hundert Personen zu einer rechtsoffenen Versammlung am Rosa-Luxenburg-Platz eingefunden. Diesmal gab es dagegen Protest von einem Bündnis aus über 15 Jugendorganisationen, Student_innenvertretungen, Parteien, linken Initiativen, Organisationen, u.a. der Berliner VVN BdA, dem Jugendtheater P14 der Volksbühne, dem LAG Antifaschismus DIE LINKE Berlin und der Initiative Staub zu Glitzer.
Gedenktour durch Marzahn – Niemand ist Vergessen
Anlässlich des 28. Todestages von Nguyễn Văn Tú, gab es heute eine kleine Radtour zu mehreren Orten des Gedenkens. Nguyễn Văn Tú wurde am 24. April 1992 am Brodowiner Ring von einem bekennenden DVU Anhäger aus rassitsichen Motiven niedergestochen.
Erster Stopp war das erste befreite Haus von Berlin, an der Landsberger Allee 563. Die Rote Armee erreicht in der Nacht vom 21. zum 22. April 1945 über die Landsberger Allee die Berliner Stadtgrenze und hisste hier die erste rote Fahne. Durch Corona war das Gedenken dezentral organisiert, was gut genutzt wurde.
Weiter ging es zum nahegelegenen Brodowiner Ring. Hier wurde wiederholt der Todesort von Nguyễn Văn Tú mit Blumen und Raucherstäbchen markiert. In den Bus- und Straßenbahnhaltestellen in der Umgebung wurden im Vorjahr Plakate aufgehängt, um ihm zu Gedenken und den Rassismus im Kiez aufzuzeigen. Zum Teil sind Plakate noch zu sehen. Mit dem jährlichen Markieren des Ortes und des Gedenkens wollen wir aufzeigen, dass Rassismus diese Gesellschaft durchzieht und in all seinen Formen bekämpft werden muss. Eine Form unseres Widerstandes ist das kontinuierliche Gedenken derer, die Rassist*innen und FaschistInnen zum Opfer gefallen sind.
Wir haben für die Initiative „niemand ist vergessen“ einen ausführlichen Artikel zum genauen Tathergang geschrieben. Diesen findet ihr hier.
Als letztes fuhren wir zur Wörlitzer Straße. Am 29. Februar diesen Jahres wurde Homa Z. und ihre Tochter Tajala in ihrer Wohnung ermordet. Die Umstände des Mordes sind bis jetzt nicht aufgeklärt. Die „Homa und Tajala Aufklärungsinitiative“ stellt die Frage „War Rassismus das Motiv?“.
Zur „Hygiene Demo“ am Rosa Luxenburg Platz
Am vergangenen Samstag fand in Berlin am Rosa Luxemburg Platz bereits zum wiederholten Mal die sogenannte „Hygiene Demo“ stattt. Dieses Event entwickelt sich gerade zum Sammelbecken und Organisationspunkt verschiedener teilweise verschwörungstheoretischer, aber vor allem auch offen rechtsextremer Menschen, Gruppen und Strukturen. Für uns als radikale Linke sollte sich nicht die Frage stellen, ob, sondern wie wir hier eingreifen und agieren wollen und können.
Die Kundgebung
Zu der Kundgebung kamen insgesamt ca. 500 Menschen. Eine genaue Zahl ist schwer zu schätzen. Frühzeitig wurde von der massiv präsenten Polizei der Zugang zum Rosa Luxemburg Platz durch Ketten und Wannen gesperrt. Gegen 15:45 befanden sich ca. 200 Leute an der Kreuzung vor dem Kino Babylon, vielleicht ca. 200 Leute nördlich der Bullenkette in der Rosa Luxemburg Straße und noch einige Dutzend verstreut in den angrenzenden Straßen.
Wer war auf der Kundgebung?
Es gab relativ wenige Schilder auf der Kundgebung. Weiter unten gegen wir einen Überblick über uns bekannte Akteure. Altersmäßig war die Kundgebung sehr gemischt. Haupt-Sprechchöre waren „Wir sind das Volk“, „Lüge“, aber auch „Grundgesetz“.
Akteure auf der Kundgebung
Hygiene Demos am Rosa-Luxemburg-Platz! Verschwörungsideologen, Querfront und Rechte!
Seit mehreren Wochen versammeln sich Samstags am Rosa-Luxemburg-Platz Menschen zu sogenannten Hygiene-Demos. Auf den ersten Blick könnten die Versammlungen der „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“ wie ein linksliberaler Versuch wirken, einen autoritären Staat an die im Grundgesetz verbrieften Bürgerrechte zu erinnern.
Bei genauerer Betrachtung wird allerdings schnell deutlich: Hier geht eine krude Mischung aus Querfrontler*innen, Rechten, Antisemit*innen und Verschwörungsideolog*innen auf die Straße
Anselm Lenz, Gründer der Kommunikationsstelle und Mitorganisator hält die Corona-Krise wahlweise für „eine Panikattacke überalterter Eliten“ die aufgrund ihres Alters selbst Angst vor dem tödlichen Virus hätten, einen Versuch, den krieselnden Kapitalismus neu zu justieren oder eine „Aktion zum Klimaschutz“.
Auch wenn sich Anselm Lenz in seinem Text von Rechten abgrenzt und sich im Ken Jebsen Interview als Antifaschisten bezeichnet, bedient er genau deren Vokabular und wittert hinter der, seiner Meinung nach ungefährlichen Corona Pandemie, eine Verschwörung der allmächtigen Eliten. Beworben werden die Proteste unter anderem auf KenFM, der Internetseite von Ken Jebsen. Der ehemalige rbb-Moderator Jebsen gehörte zu den Hauptrednern der verschwörungstheoretischen „Montagsmahnwachen für den Frieden“, glaubt, Israel wolle eine „Endlösung für Palästina, 9/11 hätten die USA selbst erfunden und der Womens March on Washington sei von George Soros gelenkt, der mit dem Verkauf abgetriebener Embryonen an die Pharmaindustrie Geld verdiene.
Lenz und sein Mitvorstand Hendrik Sodenkamp sind beide Autoren des Querfront-Magazins Rubikon, wo sie ihre Idee der großen geheimen Corona-Verschwörung einer geneigten Leserschaft darbieten können.
Wer mit derart rechten und antisemitischen Klischees hantiert, braucht sich über seine Gäste nicht zu wundern. Zur letzten Hygiene Demo kamen sie dann auch. Martin Lejeune (Holocaustzweifler und Antisemit) war dort. Der Youtube-Kanal „Digitaler Chronist Alternative“ von Thomas Gabinger, dem enge Verbindungen zum Chef der Identitären Bewegung Martin Sellner nachgesagt werden, berichtete per Livestream, Die AfD-Youtuberin Carolin Matthie filmte das Geschehen ebenso wie die AfD nahen MMNew von Michael Mross. Auf der versuchten Demonstration waren dann folgerichtig auch die obligatorischen „Wir sind das Volk“ Rufe der besorgten Bürger, Rechtspopulisten und Nazis zu hören.
Niemand ist vergessen! – Eugeniu Botnari
Mehr Infos: berlin.niemandistvergessen.net & www.twitter.com/nivberlin/
Der EDEKA am Bahnhof Lichtenberg in Berlin verwehrt Obdachlosen aus »hygienischen Gründen« derzeit den Zutritt. Mit dieser Aussage begründeten die Securitys des Marktes ihr Vorgehen.
Wir erinnern uns:
Der Modawier Eugeniu Botnari wurde am 17. Sept 2016 vom Filialleiter André Siebert zusammengeschlagen und starb wenige Tage darauf.
Der 34 jährige war nicht das erste Opfer des Marktleiters. Dieser hatte in einem Hinterraum immer Quarzsandhandschuhe bereit liegen. Wenn Wohnungslose, Trinker*innen oder prekär lebende Migrant*innen den Markt betraten brachte er sie in den Hinterraum um sie zu verprülgeln.
Siebert filmte seine Taten regelmäßig. Seinem Stellvertreter schickte er Bilder vom Angriff auf Eugeniu Botnari mit dem Kommentar »Moldawien zu Gast bei Freunden«. Es ist in rechter Mord der nie als solcher benannt wurde!
Niemand ist vergessen!