Kategoriearchiv: Antifa

Demo nach faschistischen Anschlag in Halle: #KeinFussbreit

#KeinFussbreit
Antisemitismus und Rassismus töten – rechter Terror bedroht unsere Gesellschaft!

Demo:
So, 13.10.2019 | 13:00 Uhr | Bebelplatz (Mitte)

Mehr Infos: www.unteilbar.org

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Der rechtsterroristische Anschlag in Halle macht uns fassungslos und wütend. Wir gedenken der Opfer. Unsere Gedanken sind bei allen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, allen Betroffenen, Angehörigen der Opfer in und um den Imbiss und an den weiteren Anschlagszielen sowie bei allen, die sich längst nicht mehr sicher fühlen können.

Zwei Menschen kamen bei dem Terroranschlag ums Leben. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde sind nur knapp einem Massaker entgangen. Inzwischen ist klar, dass der Täter aus antisemitischen und rassistischen Motiven handelte. Die Tat mag er allein verübt haben, ein Einzeltäter ist er deswegen nicht – die Tat steht in einem Zusammenhang:

  • Jüd*innen, Muslim*innen, People of Colour und alle, die nicht in das menschenverachtende Weltbild der Rechten passen, können sich ihres Lebens nicht mehr sicher sein,
  • mehr als 200 Menschen kamen seit 1990 durch rechte Gewalt ums Leben,
  • gefestigte militante Nazistrukturen, das NSU-Netzwerk und rechte Netzwerke in Sicherheitsbehörden,
  • mangelnder Aufklärungswille, wie er sich im NSU-Komplex und bei anderen rechten Gewalttaten gezeigt hat,
  • eine nicht aufhörende Bagatellisierung der rechten Gefahr und eine Diffamierung und Behinderung demokratischen, zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Engagements,
  • und eine voranschreitende Normalisierung antisemitischen, rassistischen und menschenverachtenden Gedankenguts in den Parlamenten, den Medien und der breiten Öffentlichkeit.

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Soli-Party: „Putin hat uns den Geldhahn zugedreht“

„Putin hat uns den Geldhahn zugedreht“

Soli-Party:
Sa, 05.10.2019 | 21:00 Uhr | Zielona Góra (Grünberger Straße 73 / Friedrichshain)

Veranstalter*innen: North-East Antifascists [NEA] & Friends

Flyer: [Front] [Back]

LineUp:
– TurnTableTölpelz (Trash & Punk-Mitgröhlhits)
– PurpleHaze (Female HipHop)
– Mutti Cool (Trash)
– Kill The Unicorn (Polit-Oi!, Ska, Cumbia & Punk)

Im Mai diesen Jahres haben ein paar Pro’s der New York Times härtesten Investigativjournalismus betrieben und eine langjährige Verschwörung aufgedeckt. Dabei haben sie sogar ihr Leben riskiert um eine Sache ans Tageslicht zu bringen: Berliner Antifa-Gruppen werden von niemand geringerem als Putin persönlich finanziert und gesteuert um den deutschen Staat aus dem Konzept zu bringen. Dass uns so eine Ehre mal zu Teil wird hätten wir auch nicht gedacht. Unsere Wirkmächtigkeit scheint keine Grenzen zu kennen. Aber Spaß bei Seite, da wir keine internationalen Finanziers haben, sind wir weiter darauf angewiesen unser Geld über Soli-Partys zu akquirieren und das machen wir sehr gerne im stabilsten internationalistischen Laden der Stadt: dem Zielona Góra. Während der Deutsche Staat am 3. Oktober sich und seinen Sieg des Kapitalismus feiert, setzen wir am 05.10. auf unsere eigene Gegenkultur. Also kommt vorbei uns verbringt mit uns einen grandiosen Abend!

Antifaschistischer Jugendkongress (JuKo) 2019 in Chemnitz

Antifaschistischer Jugendkongress (JuKo)

Kongress:
04.-06.10.2019 | AJZ Chemnitz (Chemnitztalstraße 54 / Chemnitz)

Mehr Infos: antifaschistischer-jugendkongress.org

Trotz Rekordhitze im Sommer bleibt es Deutsch in Kaltland. Der Klimawandel schreitet voran, vermeintliche Ausländer*innen werden durch die Straßen gejagt und in Sachsen steht uns womöglich eine Regierung aus CDU und AfD bevor, der jedes Leben jenseits ihre Idee vom „Normalen“ ein Dorn im Auge ist.

Während in den Städten die Mieten steigen und viele Menschen in die Randgebiete verdrängt werden, fehlt es auf dem Land an interessanten Freizeitaktivitäten und an bezahlbaren Verkehrsanbindungen. Und egal ob Stadt oder Land: Tagtäglich werden Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer Sexualität ausgelacht, beleidigt, angegriffen und bedroht. Statt dagegen vorzugehen wird von staatlicher Seite zu oft weg gesehen, während rechten Akteur*innen mehr oder weniger freie Hand gelassen wird.

Doch trotzdem gibt es auch hier überall Menschen, Gruppen und Bündnisse, die sich auf vielfältige Art für eine bessere Gegenwart und Zukunft einsetzen oder das gerne wollen. Um sich gegenseitig kennen zu lernen, zu diskutieren, voneinander zu lernen, sich zu unterstützen, sich zu vernetzen und auch um einfach gemeinsam Spaß zu haben, laden wir euch vom 4.-6. Oktober 2019 nach Chemnitz zum 4. Antifaschistischen Jungendkongress ein.

Der Kongress ist sowohl offen für Menschen, die politisch aktiv werden wollen, als auch interessant für diejenigen, die schon länger dabei sind. Auch dieses Jahr gibt es wieder viele verschiedene Vorträge und Workshops, z.B. zu Feminismus, Klimagerechtigkeit und Antirassismus. Am Freitag bietet der Kongress eine Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald an.

Die Teilnahme ist kostenlos, ebenso wie die Schlafplätze. Essen und Trinken gibt es auf Spendenbasis. Bitte meldet euch bis zum 20.09. über die Homepage an.

Wedding-Tresen: Im Schatten des Mauerfalls

Im Schatten des Mauerfalls – Rassistische Mobilisierung und Migrantischer Widerstand

Wedding-Tresen & Film-Abend:
Do, 03.10.2019 | 20:00 Uhr | Café Cralle (Hochstädter Straße 10A / Wedding)

Veranstalter*innen: Hände weg vom Wedding

1989 – Was für die einen Begrüßungsgeld, Reisefreiheit und das Versprechen auf „Blühende Landschaften“ bedeutete, hieß für die anderen Ziel von rechten Übergriffen und Anschlägen zu werden. Der Mauerfall beflügelte nicht nur das nationale Hochgefühl der Durchschnittsdeutschen, sondern auch derjenigen die in der „Wiedervereinigung“ wieder eine Chance auf ein Großdeutschland in den Grenzen von 1937 sahen. Mit unserem Filmabend am 3. Oktober 2019 wollen wir die Sichtweisen der Menschen beleuchten, die für die Einheitswerdung des Deutschen Kollektivs mit Gewalt ausgeschlossen werden sollten: Gastarbeiter*innen in Ost und West und deren Kinder.

Der Film „Aufenthalt im Widerstand“ (1991) berichtet von verschiedenen rassistischen Morden u.a. an Ufuk Şahin in Reinickendorf. Zugleich erzählt der Film davon wie sich migrantische Jugendliche gegen den zunehmenden Naziterror zur Wehr setzen.

„Kämpfen lernst du auf der Straße“ (1991) portraitiert viele der damals relevanten Jugendgangs wie die 36 Boys aus Kreuzberg oder die Panthers aufm Wedding. Es geht um ihre Rassismuserfahrungen und den Zusammenschluss der Jugendgangs gegen den stärker werdenden rechten Straßenterror.

Kommt also vorbei und lasst uns in solidarischer Atmosphäre diesen Abend verbringen. Beide Filme zusammen laufen insgesamt etwa 60 Minuten. Außerdem gibt es traditionell den Soli-Cocktail „Roter Wedding“ (auch unalkoholisch) um unsere Arbeit direkt zu unterstützen. Anlässlich der diesjährigen Einheitsfeierlichkeiten wird es wieder eine antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Deutschland ist Brandstifter!“ am 9. November 2019 geben, mehr erfahrt ihr hier.

Nazi-Aufmärsche am 3. Oktober in Berlin verhindern!

Nazi-Aufmärsche am 3. Oktober in Berlin verhindern!

Aktionen gegen Nazi-Aufmärsche:
Do, 03.10.2019 | Berlin

Mehr Infos: www.antifa-berlin.info

Das extrem rechte Bündnis „Wir für Deutschland“ um Enrico Stubbe und den wegen Volksverhetzung verurteilten Kay Hönicke ruft für den 3. Oktober 2019 zu einem Aufmarsch zum sogenannten „Tag der Nation“ in Berlin auf. Starten soll der rechte Aufmarsch um 14:00 Uhr am Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof. Die Route der Nazis führt voraussichtlich durch Berlin Mitte zum Alexanderplatz. Für 17:30 gibt es eine zweite Anmeldung für eine Route ab Alexanderplatz, die als Ausweichroute denkbar ist.

Bereits letztes Jahr zog „Wir für Deutschland“ am 3. Oktober mit ca. 2.000 Teilnehmer*innen aus dem rechten bis extrem rechten Spektrum durch Berlin Mitte. An diesem Tag wurden offen Hitlergrüße gezeigt und es waren Rufe wie „Rein in die Gaskammer“ zu hören. Die Aufmärsche von „Wir für Deutschland“ mobilisieren ein breites rechtes Spektrum von Neonazis und rechten Hooligans bis zu rassistischen Wutbürgern und AfD-Anhänger*innen. Zu den angekündigten Reder*innen gehören dieses Jahr u.A. Sven Lieblich, Carsten Jahn, Ignatz Bearth und Julia Juls. Bis vor Kurzem warb „Wir für Deutschland“ noch mit dem Auftritt von André Poggenburg. Inzwischen soll an dessen Stelle die ehemalige AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein sprechen.

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§129 – Das Ende einer antifaschistischen Fahrradtour

Stellungnahme des Berliner Bündnis gegen Rechts zu der Kriminalisierung von Antifaschist_innen im Kontext des Hess-Aufmarsch in Spandau 2017.

Am 19. August 2017 wollten ca. 40 Personen per Fahrrad zu den Protesten gegen den Neonaziaufmarsch in Spandau fahren. Die Fahrt endete nach ein paar hundert Metern in einem Polizeikessel. Erster Vorwurf: Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

Später hieß es, ein AfD-Stand am Wegesrand sei umgekippt worden – es habe Auseinandersetzungen gegeben. Zweiter Vorwurf: Landfriedensbruch. Die Personalien wurden aufgenommen, Kleidung durchsucht, Antifa-Sticker und Kartenmaterial beschlagnahmt und Fotografien angefertigt. Danach konnte die Fahrt nach Spandau fortgesetzt werden, wo die Proteste gegen den Rudolf-Heß-Marsch im vollem Gange waren. Das Amtsgericht Tiergarten befand im April 2019 Teile der Polizeimaßnahme als rechtswidrig.
Fast zwei Jahre später erfuhren einige der Betroffenen über ein Auskunftsersuchen beim Bundeszentralregister, dass ein dritter Vorwurf wegen dieser Fahrradtour im Raum steht: Bildung einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit besonders schwerem Landfriedensbruch.
Bis heute ist keines der Verfahren eingestellt, nur wenige wissen von den Verfahren gegen sie.

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Kurz-Bericht & Fotos: Beate Fischer Gedenken 23.07.2019

Beate Fischer Gedenken 23.07.2019

Ca. 50 Menschen nahmen in Berlin Reinickendorf am 23.07.2019 an der Gedenkkundgebung für die 1994 von Neonazis ermordete Beate Fischer teil. In Redebeiträgen wurde rechte Gewalt, Gewalt gegen Frauen und die Stigmatisierung von Sexarbeiter*innen thematisiert.

Ankündigung: Kundgebung: In Gedenken an Beate Fischer

Presse:
– Mord aus rechtem Frauenhass (neues deutschland / 24.07.2019)

Fotos:

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[neues deutschland] Mord aus rechtem Frauenhass

Gemeinsames Gedenken an Beate Fischer in Reinickendorf Foto: Laura Maikowski

Mord aus rechtem Frauenhass

Nach 25 Jahren wird in Reinickendorf der von Neonazis ermordeten Sexarbeiterin Beate Fischer gedacht

Von Claudia Krieg 24.07.2019, 17:42 Uhr Lesedauer: 3 Min.

An der Residenzstraße Ecke Emmentaler Straße im Bezirk Reinickendorf läuft am frühen Dienstagabend der Berufsverkehr. In minütlichen Abständen landen Jets auf dem nahgelegenen Flughafen Tegel. Ein kleines Plakat weist den Weg zur Emmentaler Straße 97. Dort stehen etwa 35 überwiegend junge Menschen. Manche halten Transparente, andere bauen eine Mikrofonanlage auf. Eine Polizeistreife beobachtet das Geschehen. Die Aufschrift »In Gedenken an Beate Fischer, ermordet am 23. Juli 1994« verweist auf den Anlass der kleinen Kundgebung.

»Viel wissen wir nicht über den Menschen Beate Fischer«, sagt Maja Nowak von der antifaschistischen Initiative »Niemand ist vergessen«. Was man aber weiß, und woran man gemeinsam mit der Beratungsstelle für Prostituierte Hydra und der Gruppe Antifa Nordost an diesem Abend erinnern möchte: Beate Fischer wurde an diesem Ort vor 25 Jahren brutal vergewaltigt und erdrosselt. Vier Neonazis, mit denen sie zunächst freiwillig in die Wohnung in der Emmentaler Straße 97 gegangen sein soll, hatten die Tat gemeinschaftlich begangen. Die Leiche von Beate Fischer legten sie in eine Decke eingewickelt bei den Mülltonnen ab.

Die besagte Wohnung war als Treffpunkt von Neonazis bekannt. Die Ermittlungen in der rechten Szene führten zu den Tätern Oliver P. und Mirko D., die den Mord gestanden. Kurz darauf wurden auch der damals 22-jährige Matthias F. und der zum Zeitpunkt 18-jährige Dirk G. festgenommen. Das Landgericht Berlin verhängte eine lebenslange Haftstrafe für den Haupttäter und neun beziehungsweise zehn Jahre Jugendstrafe für die drei Mittäter. Beate Fischer hinterließ einen Ehemann und zwei Kinder im Alter von damals vier und sechs Jahren. Obwohl das Gericht bei der Verurteilung einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Mord und der neonazistischen Ideologie der Täter herstellte, wurde Beate Fischer erst 2018 offiziell als Opfer rechter Gewalt anerkannt.

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Kundgebung in Charlottenburg: Im Gedenken an Günter Schwannecke

Niemand ist vergessen!

Gedenk-Kundgebung:
Do, 29.08.2019 | 18:00 Uhr | Pestalozzistraße / Fritschestraße (Charlottenburg)

Mehr Infos: guenterschwannecke.blogsport.eu

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Wir bitten darum, Blumen mitzubringen.

Wir rufen auf, an der Gedenk-Kundgebung für Günter Schwannecke, Berliner Kunstmaler und ein Todesopfer rechter Gewalt, anlässlich seines 27. Todestages teilzunehmen.

Wir erinnern an Günter Schwannecke und die Umstände seines gewaltsamen Todes. Wir werden den Fall weiterhin recherchieren, aufarbeiten und politisch aufklären und öffentlich darüber informieren.

Wir erreichten bereits die staatliche Anerkennung Günter Schwanneckes als Todesopfer rechter Gewalt. Wir wollen, dass alle Todesopfer rechter Gewalt endlich diese Anerkennung erfahren.

Wir fordern, angesichts zunehmender Obdachlosigkeit ein Ende von Verdrängung und Wohnungsnot in Berlin sowie Schutz für Menschen ohne Wohnung.

Wir fordern, dass das Umfeld der Neonazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ in Berlin endlich parlamentarisch aufgeklärt wird.

Günter Schwannecke war ein bekannter und für gesellschaftliche Veränderung engagierter Kunstmaler. Im Sommer 1992 war er wohnungslos. Er verbrachte mit dem Künstler Hagen Knuth den Abend des 29. August an dem Spielplatz. Sie beobachteten die Neonazis Norman Z. und Hendrik J., die dort Menschen mit Migrationsgeschichte rassistisch beleidigten und zu vertrieben. Günter Schwannecke und Hagen Knuth bewiesen Zivilcourage und mischten sich ein. Z. schlug mit einem Baseballschläger auf beide ein. Knuth überlebte, doch Günter Schwannecke starb am 5. September 1992 an den schweren Verletzungen. Er musste sterben, weil er Zivilcourage gezeigt hatte. Günter Schwannecke ist eines der mindestens 200 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990 und erfuhr erst 2018 staatliche Anerkennung. Z. war Anfang der 1990er in der Berliner Skinheadszene. Er hatte enge Kontakte in das spätere Umfeld der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“.

Am 17. August NS-Verherrlichung stoppen!

NS VERHERR LICHUNG STOPPEN! – DEN HESS-MARSCH IN BERLIN VERHINDERN!

Aktionen gegen das Hess-Gedenken:
Sa, 17.08.2019 | Berlin

Mehr Infos: nsverherrlichungstoppen.blogsport.eu & www.berlingegenrechts.de

Eindrücke vom letzten Jahr: Activists and neo-Nazis clash in Berlin demonstration

Am 17. August ist der Todestag vom Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Nachdem sich in den letzten beiden Jahren die Heß-Märsche in Berlin etablieren konnten, gibt es nun unterschiedliche mögliche Szenarien. Wie auch in den Jahren 2017 und 2018 muss entschieden Widerstand gegen diese neonazistische Großveranstaltung geleistet werden.

Das Revival der geschichtsrevisionistischen Großaufmärsche

Die geschichtsrevisionistischen Märsche in Dresden galten rund zwei Jahrzehnte als das einheitsstiftende Moment der Naziszene und zählten mit einer Teilnehmer*innenzahl von bis zu 5000 Nazis zu den faschistischen Großevents im europäischen Raum. Durch die antifaschistische Gegenmobilisierung konnte die Dynamik der Aufmärsche gebremst und deren Teilnehmer*innenzahlen verkleinert werden. Seitdem ist das faschistische Spektrum auf der Suche nach einer vergleichbaren Veranstaltung, bei der sie demonstrativ den Schulterschluss mit verschiedenen Naziorganisationen üben und die eigenen Reihen stärken können. Schon kurz nach dem Heß-Aufmarsch 2017 wurde die Mobilisierung in der Naziszene als Erfolg verbucht. Der Heß-Aufmarsch, mit 1400 Nazis, hat verdeutlicht, welch enormes Mobilisierungspotential im Mythos Heß für Neonazis aus ganz Europa steckt. Die Wirkung entfaltete sich zu großen Teilen nach innen, als Selbstbestätigung überzeugter Nazis, welche sich von der AfD nicht repräsentiert fühlen. Zugleich wurde deutlich, dass es sich dabei um ein Projekt der bundesweiten Naziszene handelt. So wurde die Organisation des Aufmarsches neben den Strukturen um den Anmelder Christian Häger (NPD/Aktionsbüro Mittelrhein) von Berliner NPD-Nazis um Sebastian Schmidtke getragen. Das Aktionsbüro Mittelrhein ist dem Kamerradschaftsspektrum zu zuordnen und bildete die Verbindung zwischen Der Rechten und der NPD. Beide Parteien stellten Ordner und mobilisierten gemeinsam zu den Heß-Märschen in Berlin. Sie übernahmen auch die Organisation des Heß-Marsches 2018, den sie nach einigem Hin-und-Her schließlich in Friedrichshain und Lichtenberg abhalten konnten. Mit mehreren Anmeldungen schafften sie es die verschiedenen Gegenmobilisierungen hinter das Licht zu führen. Trotz mehrerer militanter Interventionen und einiger größerer Sitzblockaden konnten die Nazis ihren Aufmarsch unter dem Schutz der Bullen weitesgehend ungestört durchführen. Das Laufen durch die vermeintlich linksalternative Hochburg Friedrichshain wurde von den Nazis intern als besonderer Erfolg gewertet, auch wenn nur noch circa 800 Nazis teilnahmen.

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