Schlagwortarchiv: Französisch Buchholz

[Junge Welt] Klotz für Revisionisten

Seitenansicht des Denkmals: »Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, an deines Volkes Aufersteh’n«

Französisch Buchholz
Klotz für Revisionisten
Denkmal in Berlin huldigt »deutschen Helden beider Weltkriege«. Grundstücksbesitzer gibt keine Auskunft dazu, schickt aber Anwalt vor. Ein Ortsbesuch
Von Marcus Schrage

Französisch Buchholz am nördlichen Rand von Berlin. Ein gutbürgerlicher Stadtteil, der seinen Namen der Ansiedlung geflüchteter Hugenotten Ende des 17. Jahrhunderts verdankt. Es ist ein Samstag, früher Abend. Der jW-Reporter ist nicht zufällig hier. Die Redaktion war Mitte Februar per E-Mail von der Errichtung eines deutschnationalen Monuments mit geschichtsrevisionistischen Inschriften auf dem Gelände der noblen Seniorenresidenz »Wohnpark Bismarck« informiert worden. Auch Fotos des im Stile eines Grabsteins gehaltenen, schwarzen Klotzes wurden dieser Zeitung zugespielt. Über dem Quader ist ein überdimensionierter Stahlhelm aus Stein montiert. Auf den vier Seiten des Blocks sind Inschriften zu lesen. »Den Opfern des alliierten Bombenterrors« lautet eine davon. Eine weitere fordert: »Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, an deines Volkes Aufersteh’n.« Die zwei weiteren Beschriftungen sind jeweils den »deutschen Heimatvertriebenen« und den »gefallenen deutschen Helden beider Weltkriege« gewidmet. Auch »Eiserne Kreuze« sind eingefasst. Die Kombination aus Aussagen und Anmutung des Denkmals dürfte Neonazis gefallen, ist sie doch an Goebbels-Propaganda angelehnt.

Etwas dörflich ist es in Französisch Buchholz, im Bezirk Pankow gelegen. Nur die Straßenbahn unterbricht die Stille. Das Schild an einem anderen, für die Öffentlichkeit zugänglichen Denkmal unmittelbar neben der Kirche klärt über den Stadtteilnamen auf: »Im Bewusstsein unserer deutsch-französischen Tradition eines fruchtbaren Zusammenwirkens in Toleranz und gegenseitiger Achtung steht dieser Name für das Verbindende, das Historische und das Neue«.

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[AKA VOSIFA] Alles endet (aber nie die Utopie)

Alles endet (aber nie die Utopie)

Wir als AKA Vosifa haben mit euch viele Jahre in Nordost-Berlin zusammen selbstorganisiert und antifaschistisch Kultur aufgebaut. Angefangen haben wir im Maxim in Weißensee, sind dann in Französisch-Buchholz im Oktopus gelandet, um in Pankow-Buch unsere beiden größten Festivals mit euch erleben zu können. Die Zugabe haben wir gemeinsam mit vielen Jugendclubs und Partner*innen in Hohenschönhausen im WB13 gegeben.
Nun ist es Zeit, ein paar letzte Worte und Danksagungen loszuwerden, denn AKA Vosifa verlässt die Bühne.

Über die Jahre haben verschiedenste Acts aus diversen kulturellen Bereichen mit uns ein antifaschistisches Statement in Randbezirken gesetzt.
Begonnen hat es mit einem Konzertabend. Über die Jahre kamen Ausstellungen, Kinderprogramm, Workshops, Graffiti-Stylebattle, Open Mic, Infostände, kulinarische Unterstützung, Theater und ein immer breiter werdendes Bühnenprogramm dazu, mit denen wir bis zu 3 Tage „Open Air for Open Minds“ ermöglicht haben.
Wir waren auch das ganze Jahr über aktiv – sei es bei unserem wöchentlichen Tresen im m29, unseren zahlreichen Solipartys, meist in der K9 und in vielfältigen Projekten, die über die Zeit hinweg entstanden sind. Beispielsweise die Radiosendung „Frequenzkonsum“ auf 88.4, den „Fakten gegen Vorurteile“-Flyer, die „wahllos-glücklich?“-Kampagne, diverse Infoveranstaltungen… um nur Einige zu nennen.

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