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Gedenken an die Opfer der „Aktion T4“ in Pankow-Buch

Samstag | 17.10.2015 | 10:00 Uhr | S-Bahnhof Buch (Pankow)

mail.riseup.netDie „Aktion T4″ und die Vernichtung von als „nicht lebenswert“ markierten Menschen während des Faschismus

Für ein aktives Gedenken in Pankow-Buch – Gedenkspaziergang zur Erinnerung und Mahnung

Im Mai des Jahres 2000 wurde der erwerbslose Dieter Eich in seiner Wohnung in Pankow-Buch von Neonazis aus sozialdarwinistischen Gründen ermordet. Die Geschichte von Buch in dieser Hinsicht ist jedoch weit länger: Während des „Euthanasie“(1)-Programms starben im Krankenhaus Buch in den Jahren 1942/43 fast 10.000 Menschen. Welches Motiv hatten die Täter?

Ein formloser Befehl, rückdatiert auf den 1. September 1939, von Adolf Hitler ermächtigte damals den Reichsleiter Philipp Bouhler und den Arzt Dr. med. Karl Brandt zur Erfassung von fast 70.000 Menschen, welche als lebensunwert markiert wurden. Dies sollte den Beginn einer systematischen Ermordung und Zwangsterilisationen von 600.000 Menschen darstellen. Menschen mit Behinderungen, so genannte „Asoziale“, arbeitsunfähige Menschen, Prostituierte und wohnungslose Menschen wurden zu unwertem Leben (ver)klärt. Fälschlicherweise als „Euthanasie“-Programm“ bekannt geworden und unter dem Namen „Aktion T4“ und „Aktion 14 f 13“ begann diese „Behörde“ ihre Arbeit und allein in den sechs großen Tötungsanstalten (u.a. Bernburg, Hadamar, Sonnenstein in Pirna) wurden zwischen Januar 1940 und August 1941 70.000 Menschen ermordet. Legitimiert durch eine Erweiterung der Gesetzgebung wurden bis Kriegsende weitere 130.000 Menschen direkt und indirekt getötet und weitere 400.000 zwangsterilisiert.
Doch nicht nur in den großen Tötungsanstalten fanden diese Morde statt, auch kleinere Krankenhäuser und viele externe Ärzt*innen beteiligten sich direkt und indirekt an diesen Taten. So wurden mehr als 3.000 Menschen allein aus Buch in die Tötungsanstalten „verlegt“ und die Anzahl der Toten stieg von 1621 im Jahr 1933 kontinuierlich auf 5695 im Jahr 1942, der Hochphase der „Aktion T4“, an.

Welche Diskriminierungsformen ermöglichten einen solchen Massenmord? Wie wird mit der Zeit konkret in Buch und insbesondere im Krankenhaus Buch umgegangen und welche Formen des Gedenken gibt es? Was bedeuten diese Ereignisse und Menschenbilder auch für die heutige Zeit?
Diesen Fragen möchten wir bei einem Gedenk-Spaziergang nachgehen und für ein aktives Gedenken einstehen, damit sich solche Taten niemals wiederholen.

Veranstalter*innen: Netzwerk für Demokratie und Respekt Buch-Karow

 

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