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Free Adel – Free all Antifascists

Free Adel – Free all Antifascists

Im März 2021 in Berlin tausende Menschen unter dem Motto „Frieden – Freiheit – Souveränität“ zu einem „Marsch“ gegen die staatlichen Coronamaßnahmen. Darunter auch viele Verschwörungenstheoretiker*innen, Coronaleugner*innen und Neonazis. Im Rahmen dieser Demonstration kam es im Tiergarten zu einem ernsten Zwischenfall zwischen Antifaschist*innen und rechten Demoteilnehmer*innen. In Folge dessen wurde unser Freund und Genosse Adel sowie andere Personen von der berliner Polizei plötzlich mit einem massiven Aufgebot verhaftet. Adel musste stundenlang, ohne zu wissen was ihm überhaupt vorgeworfen wird, in einer kleinen engen Zelle im Gefangenentransporter ausharren. Auf fragen reagierten die Bullen genervt und gaben mehrfach rassistische Bemerkungen gegenüber ihm von sich.

Als Adel wissen wollte welcher tag denn heute sei entgegnete ein Bulle: „Heute ist der Tag an dem du in Untersuchungshaft kommst!“

So ein Kommentar zeigt klar, dass die Schweine Adel psychisch schikanierten und in Haft sehen wollten. Diese Aussage wurde getroffen noch bevor irgendeine Haftrichter*in darüber entscheiden konnte. Von Unschuldsvermutungen kann hier überhaupt keine Rede sein. Es zeigt außerdem wie die deutsche Polizei sich migrantischen Aktivist*innen gegenüber verhält: Scheiße!

Es ist an der Zeit, den strukturellen Rassismus in den Berliner Ermittlungsbehörden offen zulegen und zu bekämpfen. Es ist für Adel nicht das erste mal, dass er von rassistischer Polizeischikane und -gewalt betroffen war. dazu werden wir uns in den kommenden Wochen expliziter äußern.

Nach stundenlanger Ungewissheit wurde Adel mit den anderen Verhafteten in die GeSa (Gefangenensammelstelle) am Tempelhofer Damm verfrachtete. Dort begann eine mehrstündige, unmenschliche Tortur. Adel wurde in eine Zelle gebracht, in der er die nächsten 18 Stunden ohne Decke und Kissen auf einer Holzpritsche verbringen musste. Das grelle Licht wurde auch zur Nachtruhe nicht ausgemacht. So saß Adel die ganze Zeit über im Unklaren über seine Zukunft wach in der Zelle.

Seine Anwältin, die Umgehend nach seiner Verhaftung kontaktiert wurde, bemühte sich derzeit angestrengt um seine Freilassung.

Am darauf folgenden Sonntag wurde nur Adel (er war unter den Verhafteten zudem der einzige Migrant) einer Haftrichterin vorgeführt, die sofort entschied Adel in die JVA Moabit zu überstellen. Grund für den Haftbefehl war ein fadenscheiniges Konstrukt um den Tatbestand der „Fluchtgefahr“. An Absurdität nicht zu übertreffen, wenn man bedenkt, dass zu diesem Zeitpunkt der Coronapandemie jegliche Reisemöglichkeiten soweit eingeschränkt waren, dass mensch kaum das Haus verlassen konnte. Außerdem verfügte adel zudem über einen festen Wohnsitz, eine Meldeadresse, und ein stabiles soziales Umfeld. Es ist anzunehmen, dass die Behörden nach ihrer monatelangen Überwachung darüber auch gut Bescheid wussten. Nebenbei bemerkt hat sich Adel bis heute jedem Verfahren gestellt. Dies lässt die „Befürchtungen“ der Haftrichterin noch einmal unrealistischer wirken.

Adel hat sich seit jeher nicht brechen lassen, weder vom rassistischen Repressionsapparat in Berlin, noch von der systematischen Einschüchterung seiner Familienmitglieder, welche bei ihm an der Tagesordnung standen

Als Beispiel: Seine Mutter wurde an jenem Sonntagmorgen von szenekundigen Beamten des polizeilichen StaatSSchutzes zu Hause aufgesucht, die ihr die Worte so im Mund verdrehent, wie es diesen Schweinen passte. Wenn sich also eine*r fragt, wieso der Fluchtgrund „Fluchtgefahr“ aufrecht erhalten wurde, dann ist einzig das Lügenkonstrukt anzuführen, welches sich die Bullen mit ihrer, unter unzumutbaren Umständen getätigten Aussage zusammenbastelten.

Es ist klar das auch diese Intervention als Versuch den genossen einzuschüchtern und zu brechen gewertet werden muss.

Adel ist unser Freund und ein Genosse mit geradem Rücken, den wir niemals im Stich lassen werden. Koste es was es wolle! Der Staat hat Adel und allen Antifaschist*innen einen Krieg erklärt, der nicht unbeantwortet bleiben wird!

Repression gegen antifaschistische Aktivist*innen und Linke im allgemeinen ist in Berlin und der gesamten BRD seid jeher gängige Praxis. Auch im 19. Jahrhundert, in den 20ern als der deutsche Faschismus aufkam, in den 60ern und 70ern, in den autonomen 90ern oder heute!

Solidarische Grüße gehen dabei raus an Lina, Findus und allen anderen, die direkt oder indirekt von staatlicher Gewalt betroffen sind. Mit Adels Solidaritätskampagne möchten wir uns nicht nur für Adel stark machen, sondern genauso für alle anderen, deren Stimme nicht gehört wird. Falls solidarische Strukturen uns helfen möchten, sehen wir das gerne und Adel freut sich auch darüber. Weitere Informationen wie Kontakt oder Spendenkontodaten bekommt Ihr über die Soli-Seite.

Free Adel – Free all Antifascists!

 


 

Nachtrag zum Text „Freiheit für Adel“

Adel wurde am 06.04.2021 gegen eine Kaution in Höhe von 5000€ und einer dreimaliger Meldepflicht bei den Bullen aus der Haft entlassen und haftverschont. Freiheit sieht anders, aus aber besser als Nichts. Adels erster Prozesstag vor Gericht findet aller vorraussicht nach, am 19.11.2021 statt.

 


 

Repression kostet verdammt viel Geld. Ihr könnt die Kampagne unzterstützen durch eine Spende wenn ihr einen Taler über habt.

SPENDENKONTO:

Rote Hilfe
GLS Bank
Verwendungszweck: „Free Adel – Free all Antifascists“
Kontonr: 4007 238 317
BLZ: 430 609 67
IBAN: DE55 4306 0967 4007 2383 17
BIC: GENODEM1GLS

freeadel.blackblogs.org
Für Fragen oder Zusendungen schreibt uns unter freeadel[at]riseup.net

 


 

Ups I did it again…

Ups, i did it again…. Klingt nach einem Welthit?! Fast! Adel hat schon einige Male, die Krallen der Justiz zu spüren bekommen. Das geht nicht nur ans Gemüt sondern auch an den Geldbeutel! Um Adel’s Anwältin und die Kampagne finanziell zu unterstützen haben wir, wie versprochen in wunderbarer Zusammenarbeit mit dem Künstler @le.mob das richtige Solishirt für euch! Was ihr da seht, ist das offizielle Shirtlogo. Wie es fertig aussieht werdet ihr demnächst erfahren, ebenfalls wo es dieses schöne Stück Textil käuflich zu erwerben gibt. Die Einnahmen fließen zu 100% in die Kampagne „Free Adel – Free all antifascists“. Wir bedanken uns für eure Aufmerksamkeit! Weitere Infos folgen bald….

 


 

Free all Antifascists

Free all Antifascists! Wie anfangs bereits erwähnt, möchten wir uns als Antirepressionsgruppe auch mit anderen Fällen beschäftigen. Ein weiterer Fall der Kriminalisierung von Antifaschist*Innen zeigt sich an dem Beispiel des kurdischen Aktivisten Ferhat aus Berlin. Ferhat sitzt momentan seine mehrjährige Haftstrafe in Berlin im offenen Vollzug ab. Er soll am Rande einer Demonstration, Widerstand gegen Bullen geleistet haben und sie versucht haben körperlich zu verletzen. Wie üblich, setzten die Bullen unverhältnismäßige Gewalt gegen Ferhat ein. Geschlagen und erniedrigt vom System. Wie bei Adel fackelten die rassistischen Berliner Ermittlungsbehörden nicht lange, Ferhat kam wegen dem allseits bekannten Haftgrundes der Fluchtgefahr in die JVA Moabit. Kurze Zeit später wurde er nach Plötzensee verlegt, wo er die restliche Strafe absitzen musste. 2 Monate später, wurde Ferhats Familie vom Sondereinsatzkommando SEK zuhause überfallen. Angeblich soll Ferhat einen Faschisten mit einer Machete bedroht haben. Alles klar. Die Beweise schoben sich die Behörden so zurecht, dass Ferhat einen Bewährungswiderruf bekommen hat und nun seine zweite Haftstrafe im offenen Vollzug absitzen muss. Man erkennt ein ganz klares Bild am Ende des Tages. Der strukturelle Rassismus und die Migrant*Innenfeindlichkeit besonders gegen die, die sich politisch engagieren, in den Berliner Ermittlungsbehörden findet seit Jahrzehnten systematisch statt und wir fordern ein Ende dieser Zustände! Wir solidarisieren uns mit Ferhat und fordern: Schluss mit der Kriminalisierung von Antifaschist*Innen europaweit! Falls ihr Ferhat finanziell helfen möchtet, einfach unser Spendenkonto nutzen mit dem Verwendungszweck „Free Adel – Free all Antifascists (Ferhat)“

 


 

Soldarität kennt keine Grenzen!

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal in aller Form, Danke an die Genoss*Innen der Zapatistischen Delegation @compas_zapatistas und die Antirepressionsgruppe @antirep_ibk aus Innsbruck sagen. Diese Solidaritätsbekundung bedeutet uns wirklich sehr viel! Wir bewundern den kämpferischen Geist der zapatistischen Genoss*Innen und fühlen uns geehrt, sie auf unserer Seite zu wissen! Wir haben vollsten Respekt vor ihren Idealen & Ideen für eine bessere Welt. Danke! Gracias! Für eine Welt ohne Faschismus! Es lebe die weltweite Solidarität!

FREIHEIT FÜR ADEL UND ALLE ANTIFASCHIST*INNEN

 


 

Unser Beitrag bei KlassegegenKlasse

www.klassegegenklasse.org/polizeigewalt-in-berlin-antifaschist-rassistisch-beleidigt-und-gefoltert/

POLIZEIGEWALT IN BERLIN: ANTIFASCHIST RASSISTISCH BELEIDIGT UND GEFOLTERT

[…“ach, die Kanacken-Zecke wieder“…]

Unser Gastbeitrag zum Repressionsfall von Adel bei den wunderbaren Genoss*Innen von @klassegegenklasse, zu lesen auf deren Homepage und demnächst auch hier auf Instagram.

FREIHEIT FÜR ADEL UND ALLE ANTIFASCHIST*INNEN

 


 

1. Kommuniqué

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, ihr seht und hört von uns in letzter Zeit einiges, doch wisst eigentlich nicht so richtig,wer wir sind. Daher möchten wir uns heute offiziell bei euch vorstellen. Wir sind „Free Adel-Free all Antifascists“ eine unabhängige, spektrenübergreifende und antifaschistische Antirepressions-Gruppe/Kampagne, die sich bereits im März 2021 zusammengefunden hat als unser Freund & Genosse Adel nach einer Auseinandersetzung mit
rechten Demonstrant*Innen von den Bullen festgenommen und willkürlich in Untersuchungshaft gesteckt wurde. Im Zuge dieser Festnahme kam es von Seiten der Berliner Polizei zu rassistischen & menschenverachtenden Äußerungen gegenüber Adel. Auch der von den Bullen forcierte Haftgrund der „Fluchtgefahr“ diente einzig und allein, dem Zweck einen weiteren Antifaschisten zu brechen. Dieser Fall und die jüngsten Ereignisse, in denen bundesweit Antifaschist*Innen wie Lina, Jo & Dy , Findus, Jan und Ferhat oder aktuell in Frankreich die Genoss*Innen und Freund*Innen der GALE Lyon langjährige Haftstrafen drohen oder sie bereits absitzen müssen, machen uns Sorgen und wütend zugleich!

Repressionen gegen Linke, besonders hier in Deutschland haben Tradition . Wir erinnern an die Bismarkschen Sozialistengesetze, die „gemeingefährliche“ Bestrebungen unterbinden sollten aber dabei nur darauf abzielten, politische Feinde mundtot und nicht mehr handlungsfähig zu machen, die unzähligen medienwirksam inszinierten Gerichtsprozesse gegen Linke, in denen der Paragraph 129a & 129b (Bildung einer terroristischen/ kriminellen Vereinigung) angewendet wurde, um größenwahnsinnige Ermittlungen und hohe Haftstrafen zu begründen, die Liste ist lang. In letzter Zeit geraten immer mehr Antifaschist*Innen in den Fokus von Polizei & Justiz. Dabei sind viele Anklagen gegen jene Aktivist*Innen meist schwammig und rein auf Indizien basierend, wenn überhaupt. Die Rolle von Polizei und Verfassungsschutz im NSU-Komplex und diversen anderen Fällen verdeutlicht nur mehr, dass wir uns auf diesen Staat nicht verlassen wollen und können. Diese Zustände müssen ein Ende haben, daher sehen wir den Weg des militanten & konsequenten Antifaschismus im großen und ganzen als notwendig und legitim an und dessen Kriminalisierung als Kampfansage an unsere Bewegung, die wir nicht unbeantwortet lassen und mit der wir uns mit bedingungsloser Solidarität entgegenstellen.

Wir haben uns dazu entschlossen, uns europaweit mit allen von Repression und Polizeigewalt betroffenen Antifaschist*Innen zu solidarisieren. Unsere Aufgabe wird sein, Antifaschist*Innen aus den Fängen der Justiz zu holen, sie im Kampf gegen die Repression zu unterstützen und sie vor der Kriminalisierung legitimer antifaschistischer Interventionen zu schützen.

Oktober 2021

„FREE ADEL – FREE ALL ANTIFASCISTS“

 


 

PROZESSBEGINN

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, heute in exakt einem Monat am Freitag, den 19.11.2021, beginnt vor dem Amtsgericht Tiergarten der Prozess gegen unseren Freund und Genossen Adel. Im Sinne des antifaschistischen Selbstschutzes rufen wir zur überregionalen und solidarischen Prozessbeobachtung auf! Es werden Personen erwartet, die dem gewaltbereiten rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen sind und zahlreiche Bullen darunter auch szenekundige Beamte sind als Zeugen geladen. Keine Nazis im Gerichtsaal! Lassen wir Adel nicht allein und zeigen klare Kante gegen Faschist*Innen und die Klassenjustiz! Vor dem Gerichtsgebäude in Moabit wird es eine antifaschistische Kundgebung geben. Im Anschluss werden wir gemeinsam ins Gericht ziehen, um dem ersten Prozesstag kritisch beizuwohnen und ein Zeichen gegen die Kriminalisierung legitimer antifaschistischer Interventionen zu setzen! Uhrzeit des Prozessauftakts und der antifaschistischen Kundgebung, geben wir rechtzeitig bekannt. Ein ausführlicher Aufruf folgt demnächst.

 


 

SOLIDARITÄT MIT JO & Dy

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, wir haben uns gestern Abend in Berlin-Kreuzberg versammelt, um ein Zeichen der Solidarität mit den beiden Antifaschisten Jo & Dy, nach Stuttgart zu schicken! Wir sind immer noch geschockt, wütend, traurig und nachdenklich gestimmt, aber möchten den beiden Genossen unsere vollste Unterstützung und Rückendeckung zusichern! Wir wünschen Jo & Dy, ihren Familien, Freund*Innen, Genoss*Innen und Weggefährt*Innen alles Gute,viel Kraft und Energie, um das Ganze durchzustehen! Kampf der Klassenjustiz! Antifaschismus ist kein Verbrechen!

FREIHEIT FÜR ALLE ANTIFASCHIST*INNEN

„FREE ADEL – FREE ALL ANTIFASCISTS“

 


 

Aufruf

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“, so lautete der Schwur von Buchenwald. Jahrzehnte später tritt dieser Staat in dem wir uns befinden, weiterhin die Losung der KZ-Überlebenden mit den Füßen. Er kriminalisiert, bestraft und sperrt Menschen ein, die dafür einstehen, dass der Faschismus niemals erstarken darf! Während sich Faschist*Innen u.a. bei der Polizei und bei der Bundeswehr radikalisieren und bewaffnen, schaut der Staat tatenlos zu bzw unterstützt diese Bestrebungen. Wir scheißen auf eure Meinungsfreiheit für Faschist*Innen! Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen und muss bis zum letzten Atemzug bekämpft werden.Die Zahl der inhaftierten oder zu Haftstrafen verurteilten Antifaschist*Innen steigt dramatisch und es liegt einzig und allein an uns, diesen Betroffenen beiseite zu stehen und diesen Missständen ein Ende zu bereiten.Am 05.11.21 ist die Antifaschistin Lina aus Leipzig seit nun einem Jahr in Untersuchungshaft, Adels Prozess beginnt am 19.11, die Verhandlung gegen die 7 Antifaschist*Innen aus Lyon am 04.11.21. Es liegt viel Arbeit vor uns, lassen wir sie alle nicht alleine! Aus diesem Grund rufen wir auf, sich am 04.11.2021 an der Demonstration für Lina und allen anderen von Repression betroffenen Antifaschist*Innen in Dresden zu beteiligen. Wir selbst, werden auch vor Ort sein um einen Redebeitrag und Grußworte im Namen der Gruppe „Free Adel – Free all Antifascists“ an Lina zu halten.
Von Berlin über Leipzig, Stuttgart, bis nach Lyon, wir stehen bedingungslos hinter euch! Es lebe die Solidarität mit allen von Repression betroffenen Antifaschist*Innen in Europa!
Wir beenden den Aufruf mit dem Satz :

„Wer gegen die Nazis kämpft, der kann sich auf den Staat überhaupt nicht verlassen“
~ Esther Bejarano

Kampf dem Faschismus!

FREIHEIT FÜR ADEL & ALLE ANTIFASCHIST*INNEN

 


 

Sicherheitsverfügung

Für den Prozess gegen Adel am 19.11 & 26.11 wurde eine Sicherheitsverfügung vom Gericht erlassen. Die geplante solidarische Prozessbeobachtung wird dadurch erheblich erschwert! Wir werden uns morgen Abend dazu äußern! #freeadel #freeallantifascists

 

 

 

 


 

Zweites Kommuniqué

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*Innen, uns erreichte am Wochenende die Nachricht, dass das zuständige Gericht im Prozess gegen unseren Genossen Adel, eine in unseren Augen repressive und willkürliche Sicherheitsverfügung erlassen hat.

Die geplante solidarische Prozessbeobachtung kann unter diesen Umständen nicht im vollen Umfang durchgeführt werden. Der Grund der Verfügung ist sicherlich die Angst der Klassenjustiz vor den zahlreich erwarteten solidarischen Menschen die diesem Prozess kritisch beiwohnen und Adel den Rücken stärken wollen. Offiziell haben sie „Sicherheitsbedenken“ bezüglich Adels Anwesenheit, aus diesem Grund soll Adel als Angeklagter laut Beschluss nach Waffen und gefährlichen Gegenständen durchsucht werden. Das ist allerdings nur der Anfang. Wir können verstehen, dass auf Grund der aktuellen pandemischen Lage, die Sitzplätze im Zuhörer*Innenraum begrenzt sind. Es dürfen ausschließlich 20 Personen anwesend sein, und diese werden fernab jeglicher Realität ebenfalls durchsucht, (sogar die Schuhe, kein Witz!), darüber hinaus dürfen keine Taschen, Handys etc mit in den Saal genommen werden. Menschen die sich mit Antifaschist*Innen wie Adel solidarisieren, werden im vorhinein unter Generalverdacht gestellt und sollen durch diese Maßnahme reglementiert und eingeschüchtert werden. Der Gipfel der Frechheit endet darin, dass das Gericht beschlossen hat von allen anwesenden Menschen Kopien vom Ausweis zu machen, um potenzielle „Störer*Innen“ im Nachgang identifizieren und bestrafen zu können. Wir halten dies nicht nur aus datenschutzrechtlichen Gründen für fragwürdig sondern auch für unverhältnismäßig. Deshalb fordern wir das Gericht auf, diese Maßnahme zu unterlassen oder die Ausweiskopien unmittelbar nach der Verhandlung VOR den betroffenen Menschen zu vernichten! Die genauen Auflagen im Wortlaut sind demnächst auf unserer Homepage zur Einsicht verfügbar.

Jetzt mobilisieren wir erst recht zur überregionalen Kundgebung die vor dem Gerichtsgebäude des Moabiter Kriminalgerichts stattfinden soll! Zeigen wir Ihnen dass uns ihre Maßnahmen nicht einschüchtern können und werden.
Wir werden da sein, ihr werdet uns sehen, ihr werdet uns hören! Für einen konsequenten Antifaschismus und dem Kampf gegen ihre Klassenjustiz!

Wir als Solidaritätskomitee, verurteilen diese Verfügung zumindest Teile davon aufs schärfste und fordern einen gerechteren Umgang mit den Menschen die sich mit Adel solidarisch erklären, denn Prozessbeobachter*Innen und Antifaschist*Innen sind keine Gefahr für die Allgemeinheit!

Lassen wir Adel nicht allein und kommt alle zur Kundgebung!

Solidarität muss praktisch werden

(Bitte habt Verständnis dafür,dass wir die 20 Plätze im Gerichtssaal in Absprache mit Adel und seiner Anwältin belegen werden)

Ort und Uhrzeit der Kundgebung geben wir demnächst bekannt!

November 2021

SOLIKOMITEE „FREE ADEL – FREE ALL ANTIFASCISTS“

 


 

Redebeitrag

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, wir vom Solidaritätskomitee „Free Adel – Free all Antifascists“ sind heute hier in Dresden um ein starkes Zeichen der Solidarität mit Lina und allen anderen von Repression Betroffenen Antifaschist*Innen zu setzen. Seit nun mehr als einem Jahr sitzt unsere Genossin Lina in Untersuchungshaft. Die Art und Weise ihrer Verhaftung und die mediale Inszenierung zb der Hubschrauberflug zur Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe erschreckt uns aber überrascht uns gleichzeitig auch nicht. Die Verstrickungen des Freistaates Sachsen in rechtsradikale und faschistische Strukturen sind seit jeher offenkundig und tiefmaschig. Die Tatsache dass einer der Bullen und zwar nennen wir das Subjekt beim Namen nämlich Patrick H. von der „Soko Linx“ vertrauliche dienstliche Geheimnisse an rechtsradikale Menschen und Strukturen weitergegeben hat und nun als „Zeuge“ von seinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch macht, zeigt wie sehr Polizei und Justiz ein reges Interesse daran haben gegen Antifaschist*Innen vorzugehen, notfalls auch mit illegalen Mitteln. Langsam bröckelt die Fassade die sie sich aufgebaut und in einem Lügenkonstrukt zusammengebastelt haben. Wir fordern eine weitesgehende und lückenlose Aufklärung dieser Ereignisse, wollen die Drahtzieher namentlich machen und das offensichtliche Versagen der Behörden anprangern. Wir fordern die Freilassung unser Genossin Lina und all derer die betroffen vom 129§ Verfahren sind.

Unser Solidaritätskomitee stellt sich bedingungslos hinter Lina, ihren Genoss*Innen, Familienangehörigen, Freund*Innen und Weggefährt*Innen!
Wir wünschen viel Kraft und danken dem Solidaritätsbündnis Antifa Soli Ost für die ihre wichtige und notwendige Arbeit, denn nur zusammen schaffen wir es das Übel des Faschismus zu besiegen und uns gegen ihre Repression zu stellen!

Die Gefangenen sind unsere Würde, Freund*Innen und Genoss*Innen, sie fehlen an unserer Seite und deshalb sagen wir es lebe die bedingungslose Solidarität

Freiheit für Lina , Adel und alle anderen Antifaschist*Innen

 


 

Aufruf zur antifaschistischen Kundgebung

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, in genau einer Woche am 19.11.2021 um 9 Uhr findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen unseren Freund und Genossen Adel vor dem Amtsgericht Tiergarten statt. Wir als Solidaritätskomitee „Free Adel – Free all Antifascists“ rufen an diesem Tag ab 8 Uhr zur überregionalen Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude in Berlin-Moabit auf. Zum einen möchten wir keine Nazis vor dem Gebäude und im Gerichtsaal sehen, zum anderen werden die Bullen sicherlich für eine Drohkulisse sorgen um uns abzuschrecken. Doch wir lassen uns davon nicht entmutigen und werden unseren Genossen Adel garantiert nicht alleine lassen! Es werden die vermeintlichen „Opfer“ die dem gewaltbereiten rechtsradikalen Milieu zuzuordnen sind und deren Anhänger*Innen erwartet, umso mehr braucht es eine breite Masse die sich geschlossen und solidarisch gegen eben diese stellt.
Adel wurde von den Bullen im Zuge seiner Festnahme mehrfach rassistisch beleidigt und erniedrigt. In der Gefangenensammelstelle ging es weiter für diese Sadisten, unbekleidet und dem grellen Licht ausgesetzt, musste Adel auch diese Tortur über sich ergehen lassen. Auch basierte der Haftbefehl gegen ihn auf einem Lügenkonstrukt. Zivilbeamt*Innen des polizeilichen Staatsschutzes setzten Adels Mutter vor ihrer Privatwohnung unter massiven psychischen Druck und drehten ihr die Wörter im Mund um und konnten sich so den fadenscheinigen Haftgrund der „Fluchtgefahr“ aus den Fingern saugen. Wir verurteilen diese unmenschlichen Praktiken auf das Schärfste und fordern eine lückenlose Aufklärung und eine Stellungnahme der Berliner Polizei zu diesen schrecklichen aber leider nicht überraschenden Taten, frei nach dem Motto „Staat & Nazis, Hand in Hand“. Man kann sich aber durchaus auch die Frage stellen, ob das nicht ein und dasselbe ist.
Die Tatsache dass zwei der Hauptbelastungszeugen der Bullen angekündigt haben, sich für die Öffentlichkeit unkenntlich zu machen, verdeutlicht nur mehr wieviel Angst sie vor uns und unserer Mobilisierung haben und ihr Vorgehen alles andere als seriös wirkt. Wer nichts zu verbergen hat, kann auch sein Gesicht zeigen! Wir werden euch ganz genau auf die Finger und in die Augen schauen! Das zuständige Gericht erließ eine sogenannte Sicherheitsverfügung, mit der die legitime solidarische Prozessbegleitung und der Protest im Vorfeld kriminalisiert und unter Generalverdacht gestellt werden soll. Warum werden Adel und alle anderen Menschen bis auf die Schuhe nach Waffen und gefährlichen Gegenständen durchsucht, wozu braucht man von Prozessbeobachter*Innen die Personalien? Alles reine Schikane, der wir uns mit bedingungsloser Solidarität entgegenstellen.
Daher sagen wir, kommt alle ab 8 Uhr in die Wilsnackerstraße.4 in 10559 Berlin und zeigt klare Kante gegen Faschismus & Repression! Denn sind wir alle Adel, Lina, Jo, Dy, Jan, Ella, Findus,Kevin, Kübel und alle anderen von Repression betroffenen Antifaschist*Innen!

Wir haben gemeinsam mit Adels Anwältin entschieden, doch allen Menschen die Möglichkeit zu geben am Prozess teilzunehmen, aber denkt bitte dran dass nur 20 Plätze verfügbar sind.

Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens bitten wir euch um die Einhaltung der 3G-Regelung während des Prozesses und der Kundgebung.

„FREE ADEL – FREE ALL ANTIFASCISTS“

 


 

5 Tage bis zum Prozess – 5 Gründe um die Polizei zu hassen

****TRIGGER WARNUNG****
(Der Beitrag thematisiert schwere sexuelle,körperliche,psychische und rassistische Polizeigewalt)

GRUND 1

ERSCHLAGEN VOM NAZI-MOB, WÄHREND DIE POLIZEI ZUSAH
Der erste Fall auf den wir noch einmal aufmerksam machen möchten, handelt vom jungen Angolaner Amadeu Antonio. Am Abend des 24. November 1990 hatte die Polizei Erkenntnisse darüber das Neonazis die Gaststätte, Hüttengasthaus“ besuchen werden. Sie empfahlen dem Wirt der Gaststätte lediglich das Lokal zu schließen. Der Wirt nahm die Empfehlung ernst und schloss die Lokalität. Amadeu Antonio und seine Begleiter*innen. verließen die Gaststätte und schlugen die selbe Richtung ein aus der, der bewaffnete und aufgestachelte Neonazi-Mob kam. Als Amadeu Antonio und seine Begleiter*Innen auf die Nazis trafen schrie der Mob „Da sind die Neger“. Die Szenerie beobachteten drei bewaffnete Zivilbeamt*Innen die aus Angst nicht eingriffen. Amadeu Antonio und seine Begleiter innen wurden getrennt. Seine Begleitung konnte verletzt fliehen, doch zehn Neonazis blieben an Amadeu dran. Sie schlugen und traten ihn bewusstlos bis ihm sein Leben genommen wurde. Die bewaffneten Polizeikräfte schauten tatenlos zu, hätten jedoch durch ein konsequentes Eingreifen das Leben von Amadeu Antonio retten können.

GRUND 2

BETRUNKENER POLIZIST FÄHRT FLINTA* PERSON TOT
Im Januar 2018 hat ein Berliner Polizist den Tod einer 21-Jährigen verursacht. Der Mann war bei dem Einsatz im Streifenwagen betrunken und hatte laut Angaben des Krankenhauses 1,1 Promille intus Die Polizei hatte es versäumt direkt nach dem Unfall den Blutalkoholwert von ihrem Kollegen und in unseren Augen Täter, zu entnehmen. Die eingesetzten ErmitlerInnen verhinderten durch den, in der Polizei weit verbreiteten, Korpsgeist“ weitere Ermittlungen die ihren Kollegen hätten belasten müssen. Gelten für Polizist Innen andere Gesetze?

GRUND 3

ZWEI POLIZISTEN WEGEN SEXUELLEM MISSBRAUCHS VERURTEILT
Im September 2019 missbrauchten zwei Polizisten eine FLINTA* Person nach einer Kontrolle in ihrer Wohnung. Dabei haben die Beamten die Zwangssituation der Frau bewusst ausgenutzt. Die Polizisten kontrollierten die Person und ihren damaligen Partner. Zur Identitätsklärung fuhren die beiden mit ihr zu der Wohnung. Die Polizisten setzten die Person massiv unter Druck und ließen sie mit dem Gedanken, sie müsse in Haft. Um die vermeindliche Inhaftierung zu vermeiden musste die Person dem Geschlechtsverkehr einwilligen. Das ist Vergewaltigung!

GRUND 4

VATER WIRD VON POLIZISTEN ALS TÄTER GEHALTEN UND ANGESCHOSSEN
Eine 31-Jährige Ägypterin wurde am ersten Juli 2009 im Dresdener Landgericht mit Messerstichen von einem Faschisten ermordet. Der Täter, ein damals 28-Jähriger Russlanddeutscher hatte sie aus rassistischen Motiven im Gerichtssaal erstochen. Der Mann hatte im Vorfeld dem Gericht gegenüber gewalttätigen Hass auf. Muslime erkennen lassen. Kontroliert wurde er nicht. Warum? Der Ehemann der Ermordeten wurde beim Versuch ihr zur Hilfe zu kommen von einem Polizisten als vermeintlicher Täter identifiziert und angeschossen. Er überlebte schwer verletzt. Racial Profiling!?

GRUND 5

WEITERER MENSCH IN POLIZEIGEWAHRSAM GESTORBEN
Am frühen Morgen des ersten November verstarb Giorgos Zantiótis nach einem äusserst brutalen Polizeieinsatz. Laut Polizei fanden sie einen „hoch aggressiven“ Mann und seine Schwester vor. Auf einem Video welches derzeit die Runde macht, erkennt man wie extrem gewalttätig die Polizist*Innen mit ihm umgingen. Schläge und Tritte musste Giorgos ertragen. Er konnte „überwältigt“ und in Polizeigewahrsam gebracht werden. Dort erlitt er einen Kreislaufzusammenbruch und jegliche Versuche der Reanimation durch hinzugerufene Notärzte blieben erfolglos. In unseren Augen eindeutig mehr Blut in den Händen der Polizei.

 


 

Prozessauftakt

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, morgen beginnt unter hohen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen unseren Freund und Genossen Adel. Ihm wird vorgeworfen sich am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen an einer körperlichen Auseinandersetzung mit rechten Demoteilnehmer*Innen beteiligt zu haben. Er wurde daraufhin unter fragwürdigen Umständen festgenommen und im Laufe dessen von der Berliner Polizei mehrfach rassistisch beleidigt und erniedrigt. Adel wurde nach zweiwöchiger unberechtigter Untersuchungshaft unter strengen Auflagen; darunter einer dreimaligen Meldepflicht und Hinterlegung einer hohen Geldsumme als Sicherheit haftverschont. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Wir sehen in dieser Intervention, nur den weiteren Versuch konsequenten und notwendigen Antifaschismus zu kriminalisieren! Wir lassen Adel nicht alleine und denken an alle von Repression betroffenen Antifaschist*Innen.
Nazischläger*Innen den Raum nehmen, egal wo & rassistische Bullen aus der Deckung holen!
Kommt morgen alle zur antifaschistischen Kundgebung und solidarischen Prozessbegleitung ab 8 Uhr vor dem Kriminalgericht in Moabit, in der Wilsnackerstr.4, 10599 Berlin. Es wird Redebeiträge geben und Live-Musik mit @reffi.refpolk

Maximal 20 Personen zugelassen im Saal B 129 Moabiter Kriminalgerichts

FREIHEIT FÜR ADEL UND ALLE ANTIFASCHIST*INNEN

 


 

Prozessnachbericht

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, hier folgt unser Prozessnachbericht, wie ihr bemerken werdet, ist er trotz aller Ernshaftigkeit unserer Kampagne und Kampfes gegen Faschismus & Repression mit einem leichten Augenzwinkern geschrieben. Grund dafür ist, dass wir heute die Justiz teilweise mit ihren eigenen Waffen schlagen konnten und so der Prozess erst einmal bis Februar ausgesetzt wurde und Adels repressive Auflagen hinfort sind. Wir werden uns selbstverständlich zeitnah mit einem ernsthafteren Beitrag mit den juristischen Fakten beschäftigen. Dieser Beitrag dient zur eurer Information, was genau heute im Gerichtsaal ablief. Wir lassen den Abend heute ausklingen und melden uns die Tage, wenn es heißt „Free Adel – Free all Antifascists“, Kampf dem Faschismus und ihrer Repression!

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, an erster Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die vor und im Gericht vollste Solidarität gezeigt haben! Wir danken allen Menschen die sich weltweit mit Adels Fall beschäftigen und sich solidarisch zeigen! Der Prozessauftakt begann mit der antifaschistischen Kundgebung die mit leichter Verspätung anfing. Es fanden sich mit der Zeit immer mehr Menschen ein um praktische Solidarität zu leisten und zu zeigen dass Adel nicht alleine da steht. Die großspurig angekündigte „Masse“ an Unterstützer*Innen der Nazis blieb, auch Dank unserer weitläufigen Mobilisierung aus. Die Cops waren ebenfalls nicht mit einem Großaufgebot vor Ort aber mit einer dennoch völlig überzogenen Anzahl vertreten. Das Landeskriminalamt schickte selbstverständlich die „erste Garde“ ihrer Clownabteilung des Staatsschutzes, provokatives Verhalten und hämisches Grinsen, inklusive. Wir kennen euch ;-) Lediglich ein maximal verwirrter Rechter versuchte sich mit einem Pfefferspray in der Hand, Zugang zum Gericht zu verschaffen. Dieses Unterfangen scheiterte an seinem peinlichen Auftritt und endete für ihn mit einer Anzeige. Zum Prozess: Das Gericht verlegte den Saal spontan um und kam auf die Idee, die 20 angekündigten Plätze für Zuhörer*Innen auf dann nur noch 10 zu minimieren. Zufall? Eher sollte dieser Versuch noch einmal dazu dienen die kritische Prozessbeobachtung zu sabotieren. Die Cops schikanierten die solidarischen Prozessbeobachter*Innen mit den üblichen Sticheleien. Zum Beginn der Verhandlung hielt unser Freund Adel aus Solidarität und Mitgefühl mit allen von Repression betroffenen Antifaschist*Innen einen selbstgeschriebenen Zettel mit der großen Aufschrift „Free all Antifas“ in die Höhe und streckte die linke Faust in die Luft. Dabei kam es zum Beifall aus dem Zuhörer*Innenbereich, welchen die Richterin zum Anlass nahm um zu erwähnen, dass dies keine Spaßveranstaltung sei. Adel trug ein eigens für den Tag gedrucktes Shirt mit der simplen Aufschrift „Wir haben keine Waffen-Dafür aber ein Gewissen…“, ein glasklare Anspielung auf die wahnwitzige Sicherheitsverfügung des Gerichts. Adels Anwältin begann die Verhandlung mit ihrem Eingangsantrag auf Aussetzung der Verhandlung aus Infektionsschutzbedenken, da die „geschädigten“ Nazis mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zur Impfnadel gegriffen haben und sie dadurch zu einem Risiko für alle Verfahrensbeteiligten und Angehörige werden könnten. Die Richterin lehnte diesen wichtigen Antrag natürlich ab, mit der Begründung es sei alles getan um das Infektionsrisiko zu minimieren. Als Adel seine Maske für Sekunden runternahm um einen Schluck Wasser zu nehmen, fuhr ihn die Richterin direkt an mit den Worten „Sie dürfen nicht trinken, denken Sie an Ihre Mutter“.
Der zweite Antrag unserer Anwältin, war der schönste 70 minütige Monolog den wir seit langem gehört haben. Inhaltlich ging es darum, ob es überhaupt eine rechtliche Grundlage dafür gibt, „Beweise“ von verdeckten Ermittlern als solche im Verfahren zu nutzen. Besser bekannt als „Agent Provocateur“. Nach diesem Antrag war die Richterin der Verzweiflung nahe und suchte vergebens nach einem Ende. Zum Abschluss einigte man sich für eine Aussetzung des Verfahrens bis Februar 2022 und dann sind bis zum 18.03.22, ironischerweise dem Tag der politischen Gefangenen, fünf Prozesstage angesetzt. Der Haftbefehl und die Meldepflicht für Adel sind ebenfalls hinfällig. Ein weiteres Stück Lebensfreiheit ist das allemal! Der Kampf geht weiter und wir werden in der Zwischenzeit noch vieles machen! Das war der Prozesstag gegen unseren Genossen Adel.

 


 

Aufruf

Liebe Freund*Innen, liebe Genoss*Innen, am 27.11.1993 trat das rassistische und mit der darausfolgenden jahrelangen Repression kriminalisierende Verbot der kurdischen Arbeiter*Innenpartei Partiya Karkerên Kurdistan vielen auch unter dem weitläufigen Kürzel PKK bekannt in Kraft.Als eines der ersten europäischen Staaten erließ die BRD dieses Verbot, um die kurdischen Menschen und ihre Freiheitsbewegung endgültig zu kriminalisieren und mit Repression zu überhäufen. So können sich die Behörden hier, auf Grundlage dieses Gesetzes an den Kurd*Innen vergehen und sie mit massiven Strafen und Verboten belegen. Es reicht aus, sich mit der PKK zu solidarisieren und schon gelangt man in das Visier der deutschen Repressionsorgane. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach sagen: Deutschland und der türkische Staatsfaschismus sind seit jeher enge Verbündete. Wir erinnern an Halim Dener der 1994, von deutschen Polizisten kaltblütig ermordet wurde, weil er Plakate mit vermeintlich verbotenen Symbolen bei sich hatte und plakatierte.
Die illegale Inhaftierung von Abdullah Öcalan 1999 war nur einer der traurigen Höhepunkte, der anhaltenden Repression gegen unsere kurdischen Freund*Innen und Genoss*Innen.
Antifaschistische Menschen und Gruppen, die sich mit der PKK und der kurdischen Freiheitsbewegung solidarisieren, werden ebenfalls von völlig überzogenen Maßnahmen des Staates getroffen.
28 Jahre PKK-Verbot sind zu viel!
Aus diesem Grund rufen wir als „Free Adel – Free all Antifascists“ zur bundesweiten Demonstration am 27.11.21 um 12 Uhr am Hermannplatz in Berlin-Kreuzberg auf.

NIEDER MIT DEM TÜRKISCHEN FASCHISMUS
SOLIDARITÄT MIT DER KURDISCHEN FREIHEITSBEWEGUNG
WEG MIT DEM VERBOT DER PKK

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