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Newroz 2018: Grußwort der [NEA]

Newroz 2018: Grußwort der [NEA]

Grußwort der North-East Antifascists [NEA] zum Newroz 2018 in Hannover, der Beitrag wurde ebenfalls auf der Anti-Repressions-Demo zum Tag des politischen Gefangegen am 18. März in Berlin verlesen.

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Newroz 2018: Die Repression geht uns alle an! (re:volt magazin / 18.03.2018)

Grußwort der North-East Antifascists [NEA] zum Newroz 2018

Liebe Freund*innen und Genoss*innen,
wir freuen uns sehr, hier auf dem Newroz zu euch sprechen können – auch wenn die Umstände sicherlich besser sein könnten. Dieses Grußwort verstehen wir als Signal in die richtige Richtung. Ein wichtiges Signal, dass es sich um einen gemeinsamen Kampf handelt, den wir gemeinsam führen müssen. Obwohl die Angriffe auf uns als revolutionäre und antifaschistische Bewegungen an Heftigkeit und Brutalität zunehmen, lassen wir uns weder spalten noch einschüchtern und wollen diesen Tag mit euch kämpferisch begehen. Wir wollen uns aber auch kennen lernen und, bei aller Trauer und Wut, auch gemeinsam feiern.

Wir leben heute zusammen in einer Welt, in der der Rechtsruck nicht nur durch Europa geht. Der globale Kapitalismus und die imperialistischen Verteilungskämpfe spitzen sich weiter zu. Die Repression ist überall zu spüren, sei es hier, im Baskenland, in Katalonien oder in Mexiko, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie äußert sich in Stellvertreterkriegen und imperialistischen Machtphantasien, wie wir sie gerade im gesamten Nahen und Mittleren Osten erleben, in einem blutigem Vernichtungsfeldzug gegen Efrîn und gegen die gesamte kurdische Freiheitsbewegung.
Und der Krieg beginnt wie so oft hier: Aktuell ist Deutschland der viertgrößte Waffenexporteur und hat insbesondere im Nahen Osten seine Verkaufszahlen in den letzten 10 Jahren verdoppelt.
Für deutsche Rüstungsfirmen lässt sich gut an dem mörderischen Geschäft mit Krieg verdienen. Gerade können wir miterleben, wie in Efrîn mit deutschen Panzern, Gewehren und politischer Schützenhilfe ein Genozid vorbereitet wird. Die Bundesregierung schweigt nicht nur zum Angriffskrieg der Türkei, sondern gibt sogar bereitwillig Unterstützung durch die weitere Kriminalisierung der kurdischen Bewegung, womit sie türkische Außeninteressen aktiv durchsetzt. Setzen wir hier die Profiteur*innen von Krieg und Krise unter Druck und lassen ihnen und ihren mörderischen Geschäften keine Ruhe!

In Zeiten, in denen die gesellschaftliche Spaltung durch Rassismus sich weiter zuspitzt, müssen wir ehrlich zusammenstehen. Neben Solidaritätsbekundungen müssen wir uns gemeinsam bewegen und kennenlernen. Denn vor einem haben die herrschenden politischen und wirtschaftlichen Klassen Angst: eine starke internationalistische, antifaschistische und antikapitalistische Bewegung, die kollektiv und solidarisch kämpft. Was heißt das konkret?
Herrschaft und Spaltung sind nur dann erfolgreich, wenn wir uns in ihre Kategorien pressen lassen. Wir müssen uns einladen, gemeinsame politische Bezüge schaffen und unsere Kämpfe gemeinsam führen. In den Betrieben, unseren Stadtteilen, bei Streiks, Demonstrationen, Veranstaltungen und Aktionen müssen wir uns solidarisch unterstützen.
Blicken und Schreiten wir der Zukunft entgegen und lassen es sie wissen:

Jin! Jiyan! Azadî! Biji Newroz!

North-East Antifascists [NEA] (März 2018)

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