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Wedding: Afrikanische Bar wegen rassistischer Vermieter schließungsbedroht

Emmanuel Akakpo: Besitzer der Bar „Manula Dreams“

Sterben der Kneipenkultur: Afrikanische Bar mit Vorbildfunktion und großem Kulturangebot ist wegen rassistischer Vermieter von Schließung bedroht

Pressemitteilung von New Generation Berlin (12.04.2017)

Material: Petition auf change.org

Video: Interview mit dem Besitzer

Zeitungsartikel der letzten Jahre über die Bar: Tagesspiegel | Lo’Nam-Magazin

Die Bar Maluma Dreams ist ein multikultureller Dreh- und Angelpunkt des afrikanischen Viertels und ein lebender Beweis dafür, dass ein Zusammenleben verschiedener Kulturen reibungslos funktionieren kann. Der Besitzer Emmanuel Akakpo hat maßgeblich dazu beigetragen, den Sprengelkiez zum Leben zu erwecken, indem er als Erster ein gut laufendes Lokal in der Straße eröffnet hat, die heute vor Leben sprüht. Die Bar ist auch Anlaufstelle für internationales, teils hochrangiges Publikum (z.B. Botschafter diverser afrikanischer Länder) und bietet vielfältige Angebote, von afrikanischem Essen über Jazz-Abende bis hin zu Salsa-Workshops.



Seit Gründung der Bar vor 17 Jahren ist der Besitzer rassistischen Anfeindungen durch seine Vermieter ausgesetzt, die mit der Kündigung vor einigen Monaten ihren Höhepunkt erreichten. Rassistische Hetze, anonyme Drohungen per Email, unrechtmäßige Geldforderungen, die auch bereits vor Gericht ausgetragen wurden und sich als haltlos erwiesen haben, bilden die Vorgeschichte des Konflikts. Die Vermieter waren von Anfang an gegen den Betrieb einer afrikanischen Bar in ihrem Haus, obwohl sich der Laden finanziell trägt und Gewinne macht. Beim Einzug sprach die Vermieterin davon, im Untergeschoss solle kein Treffpunkt für „Artgenossen“ Akakpos entstehen. Die Söhne des Vermieters sind beide Politiker in Niederbayern: Olaf Heinrich, Bürgermeister der CSU in Freyung sowie Torsten Heinrich, Mitglied der AfD 2013-14.

Emmanuel Akakpo hat bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um sein Lebenswerk zu retten, u.a. ein Versuch, die Bar zu kaufen und eine Petition, um die Schließung zu verhindern. Diese generierte innerhalb von wenigen Tagen 25.000 Unterschriften – ein Beleg für die gelungene soziale Integration der Bar in den Kiez.

Die Schließung der Bar reiht sich ein in das Sterben der Berliner Kneipenkultur. In den umliegenden Straßen wurden in den letzten zwei Jahren bereits mehrere afrikanische Läden und Bars geschlossen.