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Für antirassistisches Engagement an Schulen! Eine Initiative der antirassistische Bewegung Weißensee

Am 29.09.2016 streikten wir, die Antirassistische Bewegung Weißensee, und viele andere Schüler*innen gegen jede Art von Diskriminierung unter dem Motto: ,,Keine Grenze steht für immer!“. Auch bei diesem Schulstreik haben wir gemerkt, wie stark die Lehrer*innen und Direktor*innen mit Repressionen gedroht haben. Beispielsweise an der Käthe-Kollwitz Schule, wo die Direktorin mithilfe von der Polizei die Menschen nicht aus der Schule gelassen hat, damit diese nicht auf den Schulstreik gehen können. Abgesehen davon, war verstärkt dir Polizei auf der Demo vetreten, auch vor den Schulen, damit niemand die Klassenräume verlassen kann. An anderen Schulen wurde mit Tadeln oder schlechten Noten gedroht, wenn Jugendliche auf den Schulstreik gehen.


Viele Berliner Schulen tragen den Namen ,,Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“, jedoch merkt man kaum, dass die Lehrer*innen Courage zeigen bei dem Thema Rassismus, Sexismus oder jede andere Art von Diskriminierung. Wir, als Schülerschaft, haben keine Lust, dass unsere Klassenkamerad*innen unterdrückt oder diskriminiert werden. Wir wollen nicht, dass unsere Mitschüler*innen unfair benotet werden aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Sexualität, ihres Geschlechtes oder ihrer Hautfarbe und deswegen kämpfen wir mit vielen anderen Menschen gegen Diskriminierung und Repressionen an Schulen. Falls aich du dieser Meinung bist, freuen wir uns, wenn du dich mit uns solidarisierst und dich unserer Gruppe anschließt!

Pink und Blau, einfach nur zwei Farben?

Das Mädchen mit dem kurzen Rock ist die „Schlampe“ und der Junge mit dem pinken Shirt die „Schwuchtel“. Wer kennt es nicht? Mittlerweile ist so etwas alltäglich, so gut wie jeder Jugendlicher oder Jugendliche wurde mittlerweile als Schwuchtel, Schlampe oder ähnliches bezeichnet.  Für die meisten ist es mittlerweile normal. Doch das sollte es nicht. Wir, jeder von uns, wird in Geschlechterrollen gezwängt und wir finden uns damit einfach ab. Wieso? Weil wir Angst haben, nicht von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Wir lassen uns bewusst Stempel aufdrücken, um uns besser zurecht zu finden. Wer möchte denn schon gerne freiwillig die Schlampe oder die Schwuchtel sein? Es ist deprimierend für mich, dass so gut wie jede*r Jugendliche*r den ich befragt habe, bereits wegen Kleinigkeiten beleidigt wurde, weil er einmal nicht in das Rollenbild gepasst hat.

Doch diese Geschlechterrollen werden uns nicht erst in unserer Jugend eingeprägt, es fängt seit unserer Geburt an. Das Haare von den Mädchen müssen lang wachsen, die der Jungs werden kurz geschnitten. Mädchen tragen pink oder lila mit Schleifen und die Jungs blau und Jeans.  Uns wird erzählt was „Jungs spielen“ und was „Mädchen spielen“. Der Junge darf bloß nicht mit Puppen spielen oder die Mama bei „Mutter, Vater, Kind“ spielen, darf sich nur mit Fußball beschäftigen und soll sich im Schlamm dreckig machen. Ebenso soll das Mädchen nur mit Puppen spielen, sich nicht draußen dreckig machen dürfen und zu Fußball keine positive Meinung haben dürfen. Der Junge ist der freche, sportliche und das Mädchen das liebe, ordentliche.

Und so geht es immer weiter. Jungs sollen stark sein und dürfen auf keinen Fall ihre Gefühle zeigen, sonst sind sie ja keine „richtigen Männer“. Und Mädchen sollen bloß nicht sich mit Wissenschaften auseinander setzen, sondern müssen immer schön und perfekt sein. Es gibt Jungsklamotten und Mädchenklamotten, Jungsfarben und Mädchenfarben, Jungensport und Mädchensport. Dinge, für die sich nur Jungs interessieren sollen und Dinge für die sich nur Mädchen interessieren sollen. Und so geht es immer weiter. Vielleicht würde sich ja das Problem lösen, wenn einem in der Schule beigebracht würde, dass es auch anders geht, aber das wird es nicht. Viele, nicht alle, Lehrer*innen sind genauso in ihrem Bild von Geschlechterrollen gefangen, wie viele andere auch. Der Beruf ändert da nichts.

Ein Mädchen hat mir beispielsweise mal erzählt, wie ihre eigene Mathelehrerin, die dazu selbst eine Frau ist, mal eine extrem sexistische Äußerung gemacht hat. Sie hat von einem Event erzählt, die Nacht der Wissenschaften und hat es mit „Für die Jungs gibt es die Nacht der Wissenschaften“ eingeleitet. Damit hat sie nicht nur bestätigt, dass sie total an Geschlechterrollen festhält, sondern hat auch viele Mädchen das Interesse daran zerstört. Und so was tun viele Lehrer*innen, unbewusst. Jeder hat mindestens einmal den Lehrer „Ich brauche mal zwei starke Jungs, die den Tisch hinaus tragen“ sagen hören. Was soll das heißen? Das Mädchen nicht stark sind? Ich finde so etwas ist ziemlich traurig, da die meisten Menschen nicht mal die Chance bekommen, darüber nachzudenken, weil es uns von klein auf in die Köpfe geprügelt wird.

Und deshalb wollen wir dagegen ein klares Zeichen setzen. Wir sind strikt gegen Geschlechterrollen und wollen mit so etwas nichts zu tun haben. Wir wollen nicht, dass weiterhin falsche Werte an kleine Kinder vermittelt werden. Denn das ist ein falscher Weg für die Zukunft. Wir müssen alle daran arbeiten, dass niemand mehr irgendwie benachteiligt ist, weil er einem bestimmten Geschlecht angehört. Wir haben ein klares Ziel. Nein zu Geschlechterrollen! Nein zu Sexismus!

 

Keine scheiß Musik

 Punk, Pop, Rock, HipHop. Jede*r von uns hört andere Bands. Doch wir sind uns alle einig: es soll nicht nur cool klingen, sondern auch politisch gut sein. Musik ohne Rassismus, Sexismus und Homophobie:

 Ska-P

Musikrichtung: Ska-Punk

Gründung: 1994 in Madrid

Themen: Antikapitalismus, gegen das Verbot von Marihuana, gegen Zeitarbeitsfirmen, Gewalt und für einen aktiven Widerstand!

Besonderer Moment: 2010 haben sie in der Keramikfabrik Zanon (seit 15 Jahren unter Arbeiter*innenkontrolle) ihren bekanntesten Song „El Vals Del Obrero“ („Der Walzer der Arbeiter*innen“) vor über 20.000 Menschen gespielt.

Song: El Vals Del Obrero//Resistencia

¡si señor!,¡si señor!, somos la revolución, tu enemigo es el patrón, ¡si señor!, ¡si señor!, somos la revolución, viva la revolución. // Ja Herr, ja Herr, wir sind die Revolution, dein Feind ist der Boss, Ja, wir sind die Revolution,

es lebe die Revolution!

 

Feine Sahne Fischfilet

Musikrichtung: Punk (aber mit Trompeten & Posaunen)

Gründung: 2007 in Mecklenburg-Vorpommern

Themen: Sie selber beschreiben ihre Musik als „Werkzeug (…), um unserer Wut gegenüber Rassisten, Sexisten, Homophobie und Staat eine Stimme zu geben“.

Besonderer Moment: 2016 haben sie im Kontext der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern mit „Noch nicht komplett im Arsch“ eine Kampagne gestartet, die über Rechtsextremismus und Möglichkeiten des Widerstands informiert hat.

Zu einem Konzert in Anklam kamen 2000 Menschen, obwohl der Termin erst 24 Stunden vorher bekannt gegeben wurde.

 

Song: Weit hinaus

Ich sitze hier mit Freunden, und fühle mich so wohl

Was es umso schöner macht, es liegt nicht nur am Alkohol.

So vertraut und abgefuckt – Ach, was finde ich das schön

Mit diesen Menschen hier kann es ewig so weitergehn‘.

 

Ich genieße diese Zeit und speicher‘ all das ab

Was es umso schöner macht, das Ganze gibt mir verdammt viel Kraft.

Das hier gebe ich nicht mehr her, das ist einfach wunderschön

Heute Nacht werden wir lachend um die Häuser ziehn‘.

 

Wir fliegen weit hinaus

Keine Grenzen im Kopf, nicht mal den Horizont

 

Neonschwarz

Musikrichtung: HipHop

 

Gründung: 2010 in Hamburg

 

Themen: „Zeckenrap“, Gentrifizierung, Antikapitalismus, Visionen für eine bessere Welt

 

Besonderer Moment: Im Frühjahr 2016 haben Neonschwarz ein kostenloses Open-Air vor der Roten Flora gespielt. Die Rote Flora ist ein seit 1989 besetztes Kulturzentrum im Hamburger Schanzenviertel. Neonschwarz tauchten zwar schon häufiger in den Charts auf und sind relativ bekannt. Dennoch haben sie sich entschieden, das Albumrelease von „Metropolis“ kostenlos an einem Ort zu machen, der über Hamburgs Grenzen hinaus als Zentrum des antikapitalistischen Widerstands berühmt ist.

 

Song: Unser Haus

Wer keinen Platz zum Pennen hat und

wer bisher noch kein Zimmer fand

Kommt alle mit, verdammt wir

holen uns unser Nimmerland

 

Das ist unser Haus

Das ist unser Haus

 

Keine Diskussion, wir bleiben hier

In der Oase in einer Welt voller Neid und Gier

Ich kämpfe gegen das Grau, ich bin im Farbrausch

Wenn ihr Geld machen wollt, verkauft doch das Rathaus

 

Irie Révoltés

Musikrichtung: Reggae, Dancehall, HipHop, Ska, Punk

 

Gründung: 2000 in Heidelberg

 

Themen: Anstoß für Veränderungen, gegen soziale Missstände

 

Besonderer Moment: Mal Élevé tritt seit vielen Jahren immer wieder kostenlos auf Demos und Aktionen auf. So auch 2014 an der Gürtelstraße, wo Geflüchtete mit der Dachbesetzung eines Hostels, in dem sie vorher untergekommen sind, gegen Abschiebungen protestierten. Gemeinsam mit den Aktivist*innen war er vor Ort und hat sich solidarisiert.

 

Song: Antifaschist

Ich frag mich,

warum so viele Leute weg schaun

Ist es Angst, Akzeptanz oder Ignoranz?

Ich wag es,

denn je mehr Leute sich traun‘,

sich querzustellen,

desto stärker ist der Widerstand.

Ich frag mich, warum so viele Leute weg schaun

Ist es Angst, Akzeptanz oder Ignoranz?

Ich wag es, denn je mehr Leute sich traun‘,

sich querzustellen desto stärker ist der Widerstand.

 

 

NMZS

Musikrichtung: HipHop

 

Gründung: 2004

 

Themen: gegen Homophobie, Leistungsdruck und Konkurrenzdenken

 

Besonderer Moment: „Aschenbecher“ (Album von NMZS und Danger Dan) wurde zum kostenlosen Download angeboten, da sich die beiden Rapper gegen die Musikindustrie und die herrschende Gesellschaftsform wendeten.

 

Song: Tapetenwechsel

Ich häng‘ rum, trampel auf derselben Stelle

Vielleicht braucht mein Aschenbecher mal einen Tapetenwechsel

Ich beobachte zwei Stubenfliegen beim Liebesakt

Und nehme noch etwas Käse aus der 1000g Familienpackung

Wo ist das Ketchup? – öhh – Da ist das Ketchup

Ich sollte das jetzt mal weg machen, ne lieber später

Und hier liegt mehr Papier rum als bei einem besoffenem Lehrer

Doch ich kann mich nicht bewegen, irgendwie herrscht hier die doppelte Schwerkraft Ein kleiner Schritt für mich, für die Menschheit überhaupt keiner

 

 

ZSK

Musikrichtung: Punk/Punkrock/Skatepunk

Gründung: 1997

Themen: Fremdenfeindlichkeit, Polizeigewalt, Ungerechtigkeiten, Abschiebepolitik, Hierarchien

 

Besonderer Moment: Der Song „Antifascista“ von ZSK hat Kultstatus erhalten, da das Musikvideo Aufnahmen einer sehr erfolgreichen Antinazi-Demo in Dresden zeigt.

 

Song: Antifascista

Unsere Stadt

Merkt euch das

Für euch ist kein Platz da

Alerta Alerta Antifascista

 

Wir stoppen eure Aufmärsche

Hetz-Propaganda

Alerta Alerta Antifascista

 

Egal wo ihr auftaucht

Wir sind zu erst da

Alerta Alerta Antifascista

 

Liebe ist Liebe – egal, wie, wer, wo oder weshalb!

Homosexualität ist ein stark diskutiertes Thema von Kirche, Staat, Politik und Bevölkerung. Ein Gendefekt, eine Krankheit, etwas völlig Abnormales, meinen reaktionäre Gegner*innen und Unwissende. Besonders die (katholische) Kirche und die AfD stellen sich gegen die Akzeptanz dieser sexuellen Orientierung. Die AfD tritt mit Aussagen auf, dass Homosexualität nicht der Normalität entspräche, dass dadurch das „richtige“ Familienbild verzerrt würde und bei der Adoption eines Kindes durch ein homosexuelles Paar „das Wohl des Kindes beeinträchtigt“ würde.

Die Kirche predigt immer noch, dass Gott nur Mann und Frau füreinander geschaffen hat und viele Gläubige sind stolz darauf, homophob zu sein, stolz Angst vor dieser „Krankheit“ zu haben, da es in ihr Weltbild passt.

Wirfragen uns, wieso Menschen so etwas denken und verbreiten können.

Erst einmal möchten wir feststellen, dass Homosexualität kein Gendefekt ist.   Es ist scheiß egal, warum Menschen sich lieben. Es ist egal, ob sie sich dem gleichen Geschlecht zugehörig fühlen. In einer heterosexuellen Beziehungen fragt schließlich auch niemand* nach Ursachen für die Liebe. Warum also bei nicht-heterosexuellen? Und in unseren Augen gibt es gar kein „typisches Familienbild“ mehr. Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien, alleinerziehende Mütter und Väter, schwule sowie lesbische Paare und sexuelle Orientierungen gibt es in alle Richtungen. So viel hat sich in den Gesellschafts- und Familienformen geändert. So viele Rechte und Gesetze wurden von LGBTI* erkämpft. So ist mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft ein großer Schritt zur rechtlichen Gleichstellung gegenüber heterosexuellen Paaren geschafft. Ebenso wichtig war die Abschaffung der Strafbarkeit homosexueller Handlungen. Natürlich freuen wir uns darüber, aber trotzdem finden wir, dass es enttäuschend ist, dass immer noch so ein Aufstand gemacht wird. Homo- und anders sexuelle Menschen sollten all das dürfen, was auch Heterosexuelle dürfen. Uneingeschränkt!

Menschen sind Menschen. Liebe ist Liebe. Egal wie, wo, wann, weshalb. Dafür stehen wir ein und kämpfen für die allgemeine Gleichberechtigung.

 

 

AfD hetzt – die Bundesregierung schiebt ab!

 

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei den Landtagswahlen in Berlin rund 14 Prozent erlangt. In Randbezirken wie Pankow oder Marzahn waren es sogar bis zu 30 Prozent. Landesweit macht die Partei Stimmung gegen geflüchtete Menschen. Sie fordern die Abschiebung von sogenannten „kriminellen Ausländern“, sowie die Stärkung der Bundeswehr. „Je mehr ungebildete und oft aggressive junge männliche Einwanderer aus Nordafrika kommen, desto mehr wird die Lage eskalieren“, begründet AfD-Vorsitzende Frauke Petry ihre Forderungen. Dabei hat sich nach Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) die Anzahl von Straftaten durch die Zuwanderung von geflüchteten Menschen nicht erhöht.

Dennoch ist die AfD nicht die einzige Partei, die damit zu punkten versucht. Auch die CDU nutzt die rassistische Hetze gegen Geflüchtete aus, um eine Erhöhung des Sicherheitsetats zu fordern. Dazu gehört unter anderem die Polizei mit Elektroschockern und den Berliner Verfassungsschutz mit mehr Personal auszustatten. Derselbe Verfassungsschutz, der im Zuge des NSU-Skandals auch an systematischer Aktenvernichtung beteiligt war. Auch beim Thema Abschiebungen sind beide Parteien auf einer ähnlichen Linie. Der ehemalige CDU-Innensenator Frank Henkel sagte noch im April: „Berlin hat von 2011 bis 2015 die Zahl der Abschiebungen jährlich kontinuierlich erhöht. Diesen Weg müssen wir angesichts des enormen Zustroms von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern konsequent weitergehen“.

Bundesweit ist dieses Ziel für 2016 realistisch. So wird es voraussichtlich so viele Abschiebungen geben, wie seit 2003 nicht mehr. Abgeschoben werden vor allem Menschen aus den Balkanländern Serbien, Bosnien oder Mazedonien. Diese wurden trotz massiver Armut und Diskriminierung von LGTBI* und Roma von der Bundesregierung zu sogenannten „sicheren Drittstaaten“ erklärt, das heißt das Asylanträge aus diesen Staaten nicht angenommen werden, da diese Staaten ja für sicher erklärt worden sind. Doch auch Abschiebungen nach Afghanistan beginnen nun. Erst vor einem Monat hat die EU ein Abschiebeabkommen mit der afghanischen Regierung vereinbart. Gleichzeitig entsendet die Bundesregierung mehr Soldat*innen in das Land – wegen Rückschlägen bezüglich der Sicherheitssituation vor Ort. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zieht eine merkwürdige Schlussfolgerung daraus: „Wir muten unseren eigenen Soldaten zu, dort im Einsatz zu sein […]. Dann denke ich, ist es auch zumutbar, dass Menschen, deren Asylantrag abgelehnt worden ist, auch in ihre Heimat zurückkehren.“ Diese Aussage ist unfassbar zynisch, wenn man bedenkt, dass Soldat*innen dort in den Kampfeinsatz geschickt werden, während geflüchtete Menschen dort wohnen müssen. Sie werden damit zurück in den Krieg geschickt, vor dem sie einst geflohen sind.

Auch wenn es die AfD ist, die an vorderster Front für Abschiebungen eintritt, tragen doch SPD und CDU als Regierungsparteien die Verantwortung dafür. Verantwortung für unzählige Asylrechtsverschärfungen in den letzten Jahren, die Wiedereinführung von Grenzkontrollen und die Abschiebungen von voraussichtlich rund 26.000 Menschen bis zum Ende des Jahres. Sie waren es, die dem Druck der Rassist*innen von Pegida und Co. von der Straße nachgegeben haben und so der AfD letztlich Wähler*innen in die Hände treiben.

Besonders erschreckend ist die Zahl der Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte. Allein dieses Jahr sind es schon über 750, im letzten Jahr waren es laut BKA über 1000 Angriffe. Dabei wurde nur jeder vierte Angriff aufgeklärt. Die Antwort der Politik auf diese Angriffe ist nicht etwa mehr Schutz für geflüchtete Menschen, sondern konsequentere und schnellere Abschiebungen. Mittlerweile wird sogar den Geflüchteten selbst die Schuld an den Angriffen in die Schuhe geschoben, wie zum Beispiel im sächsischen Bautzen vor wenigen Wochen. Dabei sei die Gewalt laut der Polizei von den Geflüchteten ausgegangen. Die Antwort der Stadt: Ausgangssperren und Alkoholverbot für die Geflüchteten – nicht etwa für die Rassist*innen. Frauke Petry kann hier lange über eine Eskalation der Lage durch Geflüchtete schwafeln. Verantwortlich für diese Eskalationen sind Rassist*innen und diejenigen, die den Nährboden für diese Angriffe geschaffen haben. Diejenigen, die darunter leiden, sind letztlich die Geflüchteten. Deshalb müssen wir uns nicht nur gegen den Aufstieg der AfD wenden, sondern vor allem gegen die rassistische Politik der Bundesregierung.

Antirassistische Bewegung Weißensee

 

 

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