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Update #FreeAhmedSaid

kaAm vergangenen Sonntag, den 6.12.2015, sollte das Gericht in Kairo über die Freilassung oder die Verlängerung der Untersuchungshaft, der am 19.11.2015 verhafteten Menschen entscheiden. Gegenwärtig befinden sich neun Menschen auf der Qasr al-Nil Polizeistation sowie vier weitere Personen auf der Abdeen Polizeistation. Der angesetzte Termin ist geplatzt, weil die Dokumente der Anklage vor Gericht eingereicht wurden, aber die Angeklagten nicht erschienen sind, erscheinen konnten oder durften – über den genauen Ablauf der Ereignisse
können wir hier nur mutmaßen. Am Dienstag den 8.12. soll nun es eine weitere Anhörung geben, bei der über den Verbleib der Gefangenen in der Untersuchungshaft entschieden werden soll.

Wir, als solidarische Menschen, werten dieses Handeln als Verschleppungs-Taktik der ägyptischen Regierung und Sicherheitsdienste, in der Hoffnung, dass die Menschen in den Knästen in Vergessenheit geraten. Genauso wie wir in den vergangenen Wochen Ahmed Said und seine 12 Mitgefangenen nicht vergessen haben werden wir die rohe Gewalt bestehend aus Verschleppung, Folter und Mord gegen über den widerständigen Menschen in Ägypten der letzten Jahren nicht ignorieren und vergessen. Den Gefangenen wird vorgeworfen, an einer friedlichen Protestaktion auf der „Brücke des 6. Oktober“ teilgenommen zu haben, wobei von auf dem Bürgersteig stehenden Akivist*innen Schilder hochgehalten wurden – die Teilnahme an unangemeldeten Versammlungen steht im Militär-Regime Ägyptens unter Strafe und kann mit mehreren Jahren Gefängnis bestraft werden. Die Protestaktion sollte an die „Schlacht von Mohamed Mahmoud“ vor vier Jahren erinnern.Die „Schlacht von Mohamed Mahmoud“ waren fast fünf Tage andauernden Straßenkämpfen zwischen Demonstranten und Polizei und Militär des Mubarak-Regimes in dem Gebiet um die Mohamed Mahmoud-Straße, die unter anderen vom Tahir-Platz zum Innenministerium führt. Während der Revolution 2011 kamen hierbei mindestens 47 Menschen ums Leben und tausende Weitere wurden verletzt. Aktuell fühlt sich die Ägyptische Regierung ziemlich sicher, besonders in ihrem Verhältnis zu Deutschland.  Der Kampf gegen den Terror und die Muslimbruderschaft legitimiert hartes Durchgreifen gegenüber der Bevölkerung und die ersten prestigeträchtigen Großprojekte sind abgeschlossen oder in konkreter Planung. So feierte erst Anfang August Sigmar Gabriel die Erweiterung des Suezkanal mit Präsident Al-Sissi direkt vor Ort, mit weiteren Gästen wie Präsident François Hollande, König Salman von Saudi-Arabien, dem jordanische König Abdullah, dem russischen Ministerpräsidenten Dimitri Medwedew, der nordkoreanischen „Nummer Zwei“ Kim Yong Nam und dem griechische Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, während sie von 10.000 Polizisten und mehreren tausend Soldaten geschützt wurden. Diese Sicherheit wollen wir ihr und ihren Schergen und Henkern nehmen. Helft uns und werdet kreativ: #FreeAhmedSaid. Stresst die Botschaften, Konsulate Ägyptens und die Bundesregierung.

Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Solidarität kennt keine Grenzen!

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