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Bericht & Fotos – Pankow: 120 Antifaschist*innen protestieren gegen schwadronierende NPD

Pankow: 120 Antifaschist*innen protestieren gegen schwadronierende NPD

Ankündigung:
29. August: Keine NPD-Kundgebung in Pankow! (NEA / 28.08.2015)

Presse / Berichte:
13 Rechtsextremisten demonstrierten gegen „Überfremdung des Bezirks“ (Der Tagesspiegel / 29.08.2015)
Protest gegen Nazikundgebung (Prenzlberger Stimme / 30.08.2015)
Lost in Pankow: Kundgebung der NPD für ein trauriges Häuflein Elend (Ost:Blog / 30.08.2015)

Am Samstag, den 29.08.2015, demonstrierten ganze 13 Nazis vor dem Freibad Pankow in der Wolfshagener Straße 91-93 in Pankow. Der KV8 der NPD hatte zu einer Kundgebung gegen eine vermeintliche Überfremdung aufgerufen. Während der Kundgebung haben die verschiedenen Akteure der rassistischen Anti-Asyl-Proteste in Berlin und Brandenburg Redebeiträge gehalten. Dabei waren Christian Schmidt, der in der Vergangenheit versucht hatte, in Pankow-Buch die Proteste gegen das Container-Lager zu forcieren, was ihm jedoch nur sehr bedingt gelang, woraufhin er die Aufmärsche nach antifaschistischen Interventionen schließlich aufgab. Ihm zur Seite standen Jens Irgang, welcher am 18. und 24. August die Neonazi-Aufmärsche in Hohenschönhausen-Falkenberg koordinierte und Aileen Rokohl von der NPD Barnim-Uckermark. Sonst waren neben Fabian Knop auch der weitere Neonazis der NPD Pankow vertreten, welche u.a. auch an dem versuchten Störung der Dieter Eich Demo 2015 beteiligt waren. Auf ihrer Facebook-Seite fantasierte die NPD-Pankow später wieder, dass sich Anwohner*innen ihrer Kundgebung angeschlossen hätten – eine Behauptung, die sie nach jeder ihrer “Aktionen” aufstellen. Dass die sogenannte “nationale Opposition” jedoch keinen Zulauf in Pankow hat, zeigt die mehr als überschaubare Anzahl der teilnehmenden Neonazis sehr deutlich.

Erfreulich war hingegen, dass sich trotz der kurzen Mobilisierungszeit ca. 120 Antifaschist*innen an zwei Kundgebungen gegen die rassistische Zusammenkunft beteiligt haben. Somit wurden die Nazis von beiden Seiten der Straße mit Protest beschallt. In Redebeiträgen wurde auf die Aktivitäten der Neonazis gegen Geflüchtete und Antifaschist*innen eingegangen, welche die Absurdität der heutigen NPD-Kundgebung nochmals unterstrichen. Besonders erfreulich war, dass Anwohner*innen mit selbst gebastelten Schildern Position gegen die NPD bezogen haben. So hat beispielsweise ein 13jähriger Jugendlicher mehrere Klebezettel mit eigen erdachten Sprüchen gegen Rechts mit zur Kundgebung gebracht und verteilt. Auch wenn die heutige Kundgebung (inkl. der Berichterstattung) der NPD-Pankow an Lächerlichkeit kaum zu überbieten und letztendlich wieder einmal in Selbstbespaßung mündete, darf dies über die Gefährlichkeit der organisierten Neonazis nicht hinwegtäuschen. So sind insbesondere jene teilnehmenden Neonazis, die bei den Reden zu Wort kamen, aktiv bei der Koordinierung der Anti-Asyl-Proteste in Buch und Falkenberg, wobei sie nicht nur versuchen, den rassistischen Mob aufzuhetzen, sondern auch gern mal selbst gewalttätig werden. Die Hetze der Pankower NPD hat immer wieder dazu beigetragen, dass es zu Übergriffen kam. So wurde der Bauzaun rund um das Asylheim in Pankow-Buch während der Bauarbeiten mehrfach umgeworfen und das Wachpersonal vor der Unterkunft tätlich angegriffen.

Auch die Berliner Polizei zeigte mal wieder, mit welcher Meinung sie das größte Problem hat. Während die Neonazis problemlos gegen Geflüchtete und alle nicht-weißen bzw. als nicht-deutsch gelesen Menschen hetzen durfte, konnten Antifaschist*innen zunächst den Protest nicht einmal in Sichtweite abhalten. Nachdem dies jedoch durchgesetzt wurde, ließen es sich die Bullen trotzdem nicht nehmen, eine Anzeige gegen eine Person bereitwillig aufzunehmen, welche die Nazis angeblich bespuckt haben soll und gegen weitere vier Antifaschist*innen wird nun wegen Beleidigung ermittelt.

Festhalten lässt sich, dass trotz der kurzen Vorlaufzeit ein deutliches Zeichen gegen Faschismus und Rassismus gesetzt werden konnte und dass die NPD-Pankow auch jede noch so kleine Kundgebung in Pankow nicht ohne Gegenproteste durchführen kann. Nach den schockierenden Ereignissen der letzten Wochen freuen wir uns, dass wir mehr und lauter als die Nazis waren. Ein offensiver Antifaschismus ist jetzt noch nötiger den je. Abschließend möchten wir nochmals allen Antifaschist*innen, Parteien und Organisationen danken, welche mit uns heute ein klares Zeichen gegen Rassismus gesetzt haben.

Es lebe die Antifaschistische Aktion!
Kein Fußbreit den Nazis – weder in Pankow, Buch, Falkenberg oder sonstwo!
Gemeinsam gegen jeden Rassismus!

North-East Antifascists [NEA] – August 2015

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