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16. Dez.: 120 Rassist*innen marschieren in Hohenschönhausen

hsh_rassistischer_aufmarsch_dez14Am 16.12.2014 marschierten am frühen Abend rund 120 Rassist*innen durch Hohenschönhausen, das angrenzende Dorf Falkenberg und Ahrensfelde. Der von Berliner NPD-Strukturen angemeldete Aufmarsch richtete sich gegen die geplante Unterbringung von Flüchtlingen in einem sogenannten Container-Dorf in Falkenberg. Geschützt wurden die Nazis von einem massiven Bullenaufgebot aus Berlin und Rheinland-Pfalz, welches eine entschlossene antifaschistische Gegenwehr deutlich erschwerte. Dennoch stellten sich rund 250 Menschen den Nazis entgegen. Es gab fünf angemeldete Kundgebungen entlang der Route und mit mehreren Blockaden wurde versucht, der Aufmarsch zu behindern. Allerdings gingen die Bullen mit äußerster Gewalt gegen diese vor. Auch wenn so ein erstes Zeichen des Protests in Hohenschönhausen gesetzt werden konnte, können wir nicht zufrieden sein. Es hätte mehr Menschen auf der Straße gebraucht, um das Konzept der Bullen ins Wanken zu bringen und die Nazis zu vertreiben.

Über den Abend hat sich gezeigt, dass es den Bullen gut gelingt, größere Menschenmengen zu kontrollieren. So waren bspw. die angemeldeten Kundgebungen gegen Rassismus entlang der Route mit Gittern, Bullen und Wannen teilweise hermetisch abgeriegelt. Der Zugtreffpunkt aus der Innenstadt wurde quasi mit einer eins-zu-eins-Bullenbegleitung belegt, welche jegliche Aktionen verhinderte. Eine solche Taktik konnte nur Erfolg haben, weil zu wenig Leute angereist sind, um den Bullen effektiv etwas entgegen zu setzen. Dennoch konnten sich kleinere Gruppen freier im Kiez bewegen und kamen immer wieder bis auf wenige Meter an die Nazis heran. Jedoch wären auch hier mehr Menschen notwendig gewesen, um diese Möglichkeiten auszunutzen.

Obwohl die Nazis gelaufen sind, kann der Abend für sie nicht als durchschlagender Erfolg gewertet werden. Trotz eigener Facebook-Gruppe, 10.000 verteilten Flyern und einigen Kreidemalereien gelang es ihnen kaum Menschen aus dem Stadtteil zu mobilisieren. Dementsprechend befanden sich unter den 120 Teilnehmenden vor allem Neonazis, die aus ganz Berlin angereist waren. Der vermeintliche Bürgerprotest entpuppte sich damit als handfeste Neonazi-Demonstration. Dieser gelang es kaum, Akzente im Kiez zu setzen. Vielmehr latschten die Nazis eher lustlos umher und selbst die Veranstaltenden beschwerten sich über den massiven Alkoholkonsum auf der Demonstration. Ob sich mit diesem Image in Zukunft mehr Anwohnende mobilisieren lassen, darf bezweifelt werden.

Dennoch gilt es, den Nazi-Mob keinen Meter mehr laufen zu lassen – zukünftige Nazi-Aufmärsche müssen zum Desaster gemacht werden, bevor sie sich in den Randbezirken weiter etablieren!

Mittlerweile verkünden die Nazis eine Winterpause. Für das nächste Jahr lassen sie sich trotzdem nicht entmutigen. So kündigen sie in Hohenschönhausen bereits am 6.1. eine weitere Demonstration an, welche jedoch noch nicht bestätigt ist. Wir bleiben wachsam und sind fest entschlossen, jeden weiteren Aufmarsch von Nazis und Rassisten entschlossen entgegen zu treten – egal ob in Köpenick, Buch, Oranienburg, Marzahn, Falkenberg oder sonstwo! Es gilt dem deutschen Mob endgültig einen Riegel vorzuschieben.

Gleichzeitig müssen wir uns stärker für unsere eigenen Positionen einsetzen – gegen Container und Lager und für Wohnraum für alle!

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